Full text: Kinder- und Hausmärchen

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* Zicklein, rneck, 
Tischlein deck/ 
aß und trank nach Herzenslust, und hieß dann das Tischlein wie 
der fortgehen, ^ 
‘Zicklein, mcck, 
Tischlein weg.' 
Aber Dreiäuglein hatte alles mit angesehen.. Da kam Zweiäuglein 
zu ihm, und weckte es, und sprach ‘et, Dreiäuglein, bist du ein 
geschlafen? du kannst gut hüten! komm, wir wollen heim gehen.' 
Und als sie nach Haus kamen, aß Zweiäuglein wieder nicht, und 
Dreiäuglein sprach zur Mutter ‘ich weiß nun warum das hoch- 
müthige Ding nicht ißt; wenn sie draußen zur Ziege spricht 
‘Zicklein, meck, 
Tischlein deck,' 
so steht ein Tischlein vor ihr, das ist mit dem besten Essen be 
setzt, viel besser als wirs hier haben: und wenn sie satt ist, so 
spricht sie 
‘Zicklein, meck, 
Tischlein weg,' 
und alles ist wieder verschwunden; ich hab es genau mit angesehen. 
Zwei Augen hatte sie mir mit einem Sprüchlein eingeschläfert, aber 
das eine auf der Stirne, das war zum Glück wach geblieben.' 
Da rief die neidische Mutter, ‘willst dus besser haben, als wir? 
die Lust soll dir vergehen!' und holte ein Schlachtmesser, und stieß 
es der Ziege ins Herz, daß sie todt hinfiel.
	        

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