Full text: Kinder- und Hausmärchen

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42. 
Der Jude im Dorn. 
(§s war einmal ein reicher Mann, der hatte einen Knecht, der 
diente ihm fleißig und redlich, war alle Morgen der erste aus dem 
Bett, und Abends der letzte hinein, und Wenns eine saure Arbeit 
gab, wo keiner anpacken wollte, so stellte er sich immer zuerst daran. 
Dabei klagte er nicht, sondern war mit allem zufrieden, und war 
immer lustig. Als sein Jahr herum war, gab ihm der Herr keinen 
Lohn, und dachte 'das ist das gescheidtste, so spare ich etwas, und 
der geht mir nicht weg, sondern bleibt hübsch im Dienst? Der 
Knecht schwieg auch still, that das zweite Jahr wie das erste seine 
Arbeit, und als er am Ende desselben abermals keinen Lohn bekam, 
ließ er sichs gefallen, und blieb noch länger. Als endlich das dritte 
Jahr herum war, bedachte sich der Herr, griff in die Tasche, holte 
aber doch nichts heraus. Da fieng der Knecht endlich an und 
sprach 'Herr, ich habe euch drei Jahre ehrlich gedient, seid so gut 
und gebt mir was mir von Rechtswegen zukommt: ich wollte fort 
und mich gerne weiter in der Welt umsehen.' Da antwortete der 
Geizhalz 'ja, mein lieber Knecht, du haft mir unverdrossen gedient, 
dafür sollst du mildiglich belohnt werden,' griff abermals in die 
Tasche, und zählte dem Knecht drei Heller einzeln auf, 'da hast du
	        

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