Full text: Kinder- und Hausmärchen

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38. 
Der Zaunkönig und der Bär. 
Zur Sommerszeit gicngcn einmal der Bär und der Wolf im Wald 
spazieren, da horte der Bär so schönen Gesang von einem Vogel, 
und sprach 'Bruder Wolf, was ist das für ein Vogel, der so schön 
singt?' 'Das ist der König der Vögel,' sagte der Wolf, 'vor dem 
müssen wir uns neigen;' es war aber der Zaunkönig. 'Wenn das 
ist,' sagte der Bär, 'möcht ich auch gern seinen königlichen Palast 
sehen: komm und führ mich hin.' 'Das geht nicht so, wie du 
meinst,' sprach der Wolf, 'du mußt warten, bis die Frau Königin 
kommt.' Bald daraus kam die Frau Königin, und hatte Futter 
im Schnabel, und der Herr König auch, und wollten ihre Jungen 
ätzen. Der Bär w^e gerne nun gleich hinterdrein gegangen, aber 
der Wolf hielt ihn am Ermel, und sagte 'nein, du mußt warten 
bis Herr und Frau Königin wieder fort sind.' Also nahmen sie 
das Loch in Acht, wo das Nest stand, und giengen ab. Der 
Bär aber hatte keine Ruhe, wollte den königlichen Palast sehen, 
und gieng nach einer kurzen Weile wieder vor. Da waren König 
und Königin richtig ausgeflogen: er guckte hinein, und sah fünf 
oder sechs Junge, die lagen darin. 'Ist das der königliche Palast!'
	        

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