Full text: Kinder- und Hausmärchen

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Und so erzählte Kürdchen weiter, was auf der Gänsewiese ge 
schähe, und wie eS da dem Hut im Winde nachlaufen müßte. 
Der .alte König befahl ihm aber den nächsten Tag wieder hin 
aus zu treiben, und er selbst, wie es Morgens war, setzte sich hin 
ter das finstere Thor, und hörte da wie sie mit dem Haupt des 
Falada sprach: und dann gicng er ihr auch nach in das Feld, und 
barg sich in einem Busch auf der Wiese. Da sah er nun bald 
mit seinen eigenen Augen wie die Gänsemagd und der Gänsejunge 
die Heerde getrieben brachten, und wie nach einer Weile sie sich 
setzte und ihre Haare losflocht, die strahlten von Glanz. Gleich 
sprach sie wieder 
'weh, weh, Windchen, 
nimm Kürdchen sein Hütchen, 
und laß'n sich mit jagen, 
bis daß ich mich geflochten und geschnatzt, 
und wieder aufgesatzt.' 
Da kam ein Windstoß, und fuhr mit Kürdchens Hut weg, daß es 
weit zu laufen hatte, und die Magd kämmte und flocht ihre Locken 
still fort, welches der alte König alles beobachtete. Darauf gieng 
er unbemerkt zurück, und als Abends die Gänsemagd heim kam, 
ries er sie bei Seite, und fragte 'warum sie dem allem so thätet' 
'Das darf ich euch nicht sagen, und darf keinem Menschen mein 
Leid klagen, denn so hab ich mich unter freiem Himmel verschworen, 
weil ich sonst um mein Leben gekommen wäre.' Er drang in sie 
und ließ ihr keinen Frieden, aber er konnte nichts aus ihr heraus 
bringen. Da sprach er 'wenn du mir nichts sagen willst, so klag
	        

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