Full text: Kinder- und Hausmärchen

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dm Berg hinab rollen? 'Ja, Friederchen, hättest mirs sagen 
müssen. ’ 
Da aßen sie das trockne Brot zusammen, und der Frieder 
sagte 'Catherlieschen, hast du auch unser Haus verwahrt, wie du 
fort gegangen bist?' 'Nein Friederchen, hättest mirs vorher sa 
gen sotten? 'So geh wieder heim, und bewahr erst das Haus, 
che wir weiter gehen; bring auch etwas anderes zu essen mit, ich 
will hier auf dich warten? Catherlieschen gieng zurück, und dachte 
'Friederchen will etwas anderes zu essen, Butter und Käse schmeckt 
ihm wohl nicht, so will ich ein Tuch voll Hutzeln, und einen Krug 
Essig zum Trunk mitnehmen? Darnach riegelte es die Oberthüre 
zu, aber die Unterthüre heb es aus, nahm sie auf die Schulter, 
und glaubte wenn es die Thüre in Sicherheit gebracht hätte, müßte 
das Haus wohl bewahrt sein. Catherlieschen nahm sich Zeit zum 
Weg. Als cs den Frieder wieder erreicht hatte, sprach es 'da, Frie 
derchen, hast du die Hausthüre, da kannst du das Haus selber 
verwahren? 'Ach Gott/ sprach er, 'was hab ich für eine kluge 
Frau! hebt die Thüre unten aus, das alles hinein laufen 
und riegelt sie oben zu. Jetzt ists zu spät noch einmal nach Haus 
zu gehen, aber hast du die Thüre hierher gebracht, so sollst du sic 
auch ferner tragen. 'Die Thüre will ich tragen, Friederchen, aber 
die Hutzeln und der Essigkrug werden mir zu schwer: ich hänge sie 
an die Thüre, die mag sie tragen? 
Nun gicngen sie in den Wald, und suchten die Spitzbuben, 
aber sie fanden sie nicht. Weils endlich dunkel ward, stiegen sie 
auf einen Baum, und wollten da übernachten. Kaum aber saßen
	        

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