Full text: Chronik der Familie Roselius

Sa 
rn Verständnis ist es uotwendig, sich dis po= 
Litischen und kor e*?an Verhältnisse °--= Oberfpalz zu vor- 
gegenwärtigen, da sie auf dass Leben Thomar ” 168 bestimnend ein- 
„1rken sollten. 
Schon seit dem Mittelalter (1329) gehörte die an 
der böhnischen Grenze gelegene Überpfalz zu der rheinischen Kur«- 
pfalz, obwohl sie räumlich weit von ihr getrennt war. Ihre Haupt«- 
stadt war das wehrhafte Amberg, dessen altersgraue Mauern mi% den 
37 trotzigen Wehrtürmnen heuts noch ein Bild mittielalterlicher 
“rösse und Macht geben, sagte man doch, Leipzig sei die reichste, 
Zünchen die schönste, Amberg aber die festete Fürstenstudt. 
Yon den mit der Refornation einsetzenden Wirrnissen 
yurde die Oberpfalz in besonderem Messe betroffen. Nach dem Grund- 
satz ı "Cujus rezio, ejus religio”" (die Glaubensrichtung des Mir- 
sten ist auch für die Untertanen massgebend) wurden die Völker wie 
Schach?iguren hin- und hergeworfdan, je nach Laune und Temperament 
des jeweiligen Landesherrn ohnsa Rücksicht auf? die Gefühle ihrer Lan- 
Jeskinder, und wir werden sehen, dass auch dem Staumvater der Fa= 
nilie Roselius eine aktive Rolls in dienem Kampf zugedacht ware 
Ende der dreigsiger Jahre des 16, Jahrhunderts hielt 
iie “eformation ihren Einzug in die Oberpfalz und wurda von dem 
Kurfürsten Ludwig (1503 = 1544) wohlwollend geduldet, troatzdem er 
selbst aus politischen Gründen katholisch blieb. Sein Bruder und 
Jachfolzer Friedrich II. 1544 = 1555 förderte ebenfallg nach Kräf=- 
ten die Ausbreitung der Reformation in seinen Janden, trotzdem er 
aus Rücksicht auf den Kaiser 1543 das "Augsburger Interin" ange 
nommen hatte, welches Zwar eine gerechte Regelung der konfessi0= 
nellen Streitfragen versprach, in Wirklichkeit aber gegen die Pro= 
bestanten gerichtet war, sodass diese nicht uit$ Unrecht den Spott 
vers dicehtetene 
Das Augsburger Interim 
Nat den Schak hinter ihm." 
In üioese bewezte Zeit TAEllt das erste Dokument 
Thomas Räsels, dessen Faksimile (9/10 der normalen Grösse) uns 
gine klare,feine, charakteristische Handschrift zeigt. Dieselbe 
1naute*: 
"Dülirchleüchtiyer hochpeboreuner Furst Gnediger ilerr / Weniger 
verruckter Zevyt. hab ich in abweren E.P.O0. bev den Edlen
	        

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