Full text: Chronik der Familie Roselius

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keit klagt, in materieller Hinsicht wiederma völlig dem Zlend 
überantwortete, ist bei der damaligen Lage der Pfarrer mit Sicheor« 
heit anzunchzen. Zr sah sich genötigt, bei mildtätiyen Freunden 
Unterkunft zu suchen, um so sein und seiner Familie Leben zu frästene 
Eine Zeitlang scheint er sich bei seinen Freunde Potinius in 
Yittmund aufgchnlicn zu haben, denn in einen Briefe des ostfriegi- 
schen Generalsuperintendenten Michael Walther an Wilhelm Leyser 
in Wittenberg (Wolfenbüttel, NManuseripta., Zxtr. 86.10) ist die 
kurze Notiz enthalten: "Potinius schreitet weiter, wie er auch jenen 
Roselius, den die Ham burger aus ihrer Sta dt verwiesen haben, bei 
Sich zsufgenomnen hat." 
SChwWerur noch als dus materielle Elend vermochte 
Roselius die Ausstossunz aus der Kirche zu verwinden, deron Var«- 
besserung sein ganzes Sinnen und Trachten und glühendes Streben 
galt. Dei der naiven weitfrenden Denkweise, die cr bei früheren Ce=- 
legenheiten schon mehrfach bekundet hatte, brachte er eg nicht Ter«= 
tig, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass die Eirche keinen Äonn 
in ihrem Schosse dulden könne und würde, der mit unermüdlicher Zä«s 
higkeit ihre eigenen Zeckpfeiler unterzrube 
wir begemnen ihn erzt wieder im Jaehre 1641, wo er 
den Versuch einer Verständigung mit dem Ministerium Tripolitanum 
unternahm. Wir erfahren von Starcken, dass er schon vorher in Lübeck 
üdilescerhalb mündlich Untsrhendlungen gepflogen hatte, welche aber 
erfolglos geblieben waren. Als Beweggrund gibt Staycken an: "es 
mochte sich onjetzo die Hitze bei ihm geleget / hingezen sein Ge= 
wissen ihm gesaget haben / dass ihn das Hinisterium Tripolitanum 
nicht zu nahe getun / sondern seinen unreinen Lehren billig widler«= 
Sprochen gehabt." Das ist natürlich eine einseitige Auffassung der 
Segenseite, denn die späteren Verhandlungen zeigen zur Genüze, dass 
Koselius sich durchaus keiner Schuld bewusst ist und seinen Stande 
punkt wie früher nachdrücklich vertritt.Wohl hat er einresehen, 
lass er in manchen Dingen übers Ziel hinaus geschossen hat und 
gibt das auch frei mütig zu« Aus dieser Erkenntnis hereus hatte er 
z.B. den "Schlüssel Davids", die schärfste unter seinen Streit«- 
schriften, cassiert und aus dem Euchhandel hırsausgezogen. Ich 
nehme deshalb an, dass sein Entschluss zum Teil auf neöterielle 
Not zurückzuführen ist, zum Teil aber auch auf dss ehrliche Stre—- 
ben, mit der ihm von Jurenml auf vertrauten Kirche wieder zu einen 
erträgliichen Verhältnis zu kommen
	        

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