Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

4.6 
ef Haucal zei, 
2 £ 5A 7. 
in einem meien an dem morgen fruo, 
und diu kleinen vogellin wol singent 
in ir besten wise die si kunnen, 
waz wünne mac sich dä gelichen zuo? 
5 ez ist wol halb ein himelriche. 
suln wir sprechen waz sich deme geliche, 
sö sage ich, waz mir dicke baz 
in minen ougen hät getän, ' 
und tete ouch noch, gesxhe ich daz. 
10 Swä ein edeliu schoene frowe reine; 
wol gekleidet unde wol gebunden, 
dur kurzewile zuo vil linten gät, 
hovelichen höhgemuot, niht eine, 
umbe sehende ein wenic under stunden, 
15 alsam der sunne gegen den sternen slät, — 
der meie bringe uns al sin wunder, 
waz ist di sö wünnecliches under, 
als ir vil minneclicher lip? 
wir läzen alle bluomen stän, 
20 und kapfen an daz werde wip. 
Nü wol dan, welt ir die wärheit schouwen! 
gen wir zuo des meien höhgezite! 
der ist mit aller siner krefte komen, 
seht an in und seht an schene frouwen, 
wederz ir daz ander überstrite 3 
daz bezzer spil, ob ich daz hän genomen: 
ow& der mich dä wellen hieze, 
deich daz eine dur daz ander lieze, 
wie rehte schiere ich danne kür! 
her meie, ir müeset merze sin, 
& ich min frowen di verlür. 
25 
30 
Aller werdekeit ein füegerinne, 
daz sit ir zewäire, frowe mäze. SE 
er szlic man, der iuwer lere hät! 
35 der endarf sich iuwer niender inne / 
weder ze hove schamen noch an der sträze. 
dur daz sö suoche ich, frouwe, iuwern rät, 
daz ir mich ebene werben löret.
	        

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