Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

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gewalt get üf, reht vor gerihte swindet, 
wol üf! hie ist ze vil gelegen, 
Swer äne vorhte, hörre got, 
wil sprechen diniu zehen gebot, 
5 und brichet diu, daz ist niht rehtiu minne, 
Dich heizet vater maneger vil: ; 
swer min ze bruoder niht enwil, 
der spricht diu starken wort üz krankem” sinne. 
Wir wahsen üz gelichem dinge, 
10 spise frumet uns, diu wirt ringe,) _ | 
sö si dur den munt gevert. 
wer kan den herren von dem knehte scheiden, 
swa er ir gebeine blözez fünde, 
het er ir joch lebender künde, 
15 sö gewürme dez fleisch verzert ? 
im dienent kristen, Juden unde heiden, 
der elliu lebenden wunder nert. 
Swer houbetsünde unt schande tuot 
Sr 3,522 . mit siner wizzende umbe guot, 
20 sol man den für einen wisen nennen? 
Swer guot von disen beiden hät, 
swerz an im weiz unt sichs verstät, 
der sol in zeinem tören baz erkennen. 
Der wise minnet niht sö sere, 
25 alsam die gotes hulde unt &re: 
sin selbes lip, wip unde kint, 
diu lät er € er disiu zwei verliese, 
er töre, er dunket mich niht wise, 
und ouch der sin ere prise; 
30 ich wen si beide tören sint. 
er gouch, swer für diu zwei ein anderz kiese! 
der ist an rehten witzen blint. 
Junc man, in swelher aht dü bist, 
ich wil dich le&ren einen list, 
35 dü 12 dir niht ze w& sin näch dem guote, 
Lä dirz ouch niht zunmere sin. 
und volges dü der lere min.
	        

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