Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

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die fürsten sint iu undertän, | 
si habent mit zühten iuwer kunft erbeitet; 
und je der Missenzre 
derst jemer ijuwer äne wän:? 
) von gote wurde ein engel & verleitet, 
Her keiser, ich bin frönebote 
und bring iu boteschaft von gote. 
ir habt die erde, er hät daz himelriche, 
er hiez iu klagen, ir sit sin voget: 
10 in siues sunes lande broget 
diu heidenschaft in beiden lasterliche. 
ir muget im gerne rihten: 
sin sun der ist geheizen Krist, 
er hiez iu sagen wie erz verschulden welle: 
15 nü lät in zuo iu pflihten, 
er rihtet iu da er voget ist, 
klagt ir joch über den tievel üz der helle. 
Her keiser, swenne ir tiuschen fride 
gemachet state bi der wide, 
20 sö bietent iu die fremeden zungen ere. 
die sult ir nemen än arebeit, 
und süenent al die kristenheit: | 
daz tiuret iuch, und müet die heiden sere. 
ir tragt zwei keisers ellen, 
25 des aren tugent, des lewen kraft: 
die sint dez herzeichen an dem schilte. 
die zwene hergesellen, 
wan woltens an die heidenschaft! 
waz widerstüende ir manheit und ir milte? 
30 Got git ze künege swen er wil: 
dar umbe wundert mich niht vil: a 
uns leien wundert umbe der pfaffen lere. 
si lerten uns bi kurzen tagen: | 
daz wellents uns nü widersagen. 
5 nü tuonz dur got und dur ir selber &re, 
und sagen uns bi ir triuwen, 
an welcher rede wir sin betrogen;
	        

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