Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

156 
wande ich bin dä gewesen, 
dä ich hört offenlichen lesen 
sinen brief, daz er wolde 
daz manz guot behalten solde 
25 dä, da mıanz gesamnet heit, 
unz manz in gotes dienest leit. 
des häbstes bot den brief las 
di manic biderb man was. 
Nu wie hät sich der guote kneht 
30 an im gehandelt äne reht, 
der dä sprach durch sinn höhen muot, 
daz der bäbest wolt mit tiuschem guot 
füllen sinen welschen (sin welschez) schrin. 
hiet er gehabt den rät min, 
35 er hiet daz wort gesprochen niht, 
dä mit er hät gemaht enwiht 
manege sine rede guot, 
daz man ir nimmer war tuoß, 
die herren und die tihter 
40 und dar zuo ouch die brediger 
suln sprechen mit grözer huot, 
swenne ein herre iht sprichet oder iuot, 
er ensol niht sö harte gähen, 
er merke € wie manz müge vervähen, 
45 der brediger sol gerinclichen 
sprechen und bediuteclichen, 
daz man sin rede niht müge verkeren 
(der übel geist pfligt des ze löeren) 
und daz man in müge vernemen, 
50 dem tihter mac ouch niht gezemen, 
wil er sin ein lügener : 
wan beide er und der hrediger 
suln bestaten die wärheit. 
ein man mac der kristenheit 
55 mit eim wort m@ ze schaden kumen 
dan er ir hin vür müge gefrumen. 
Ich wane daz sin gesanc, 
ez si kurz oder lanc, 
müge got niht sö wol gevallen, 
5O 86 im daz ein ınuoz missevallen.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.