Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

J6 
ich wil daz, daz ir beider lip 
getiuret und in höher wirde si, 
vil selic sin ir Jär und al ir zit, 
er ist ouch selic sunder strit, 
5 der nimt ir tugende rehte war, 
sö daz ez in sin herze get. 
ein salic wip, diu sich verst@t, _ 
dia sende ouch guoten willen dar, 
Sich wanet maneger wol begen 
10 sö daz er guoten wiben niht enlebe: 
der töre kan sich niht versten, 
waz ez fröld unde ganzer wirde gebe. 
dem liht gemuoten dem ist iemer wol 
mit lihten dingen, als ez sol: 
15 swer wirde und fröide erwerben wil, 
der diene guotes wihes gruoz. 
swen si mit willen grüezen muoz, 
der hät mit fröiden wirde vil. 
Jä hörre, wes gedenket der, 
20 dem ungedienet ie vil wol gelanc? 
ez sl ein sie, ez si ein er, 
swer.alsö minnen kan, der habe undanc, 
und dä bi guoten dienest übersiht. 
ein selic wip diu tuot des niht: 
25 diu merket guotes mannes site: 
dä scheidet si die beesen von. 
sÖ ist ein tumbiu sö gewon, 
daz ir ein tumber volget mite. 
Sızt ist ein angest und ein nöt: 
30 in weiz niht ob si &re si; 
sl git michel ungemach. 
sit daz diu liebe mir geböt 
daz ich stete ware bi, 
waz mir leides sit geschach! 
35 lät mich ledic, liebe min frö state. 
wan ob ich sis jemer bete, 
sÖ ist si stater vil dannich, Ve 
ich muoz von miner state sin verlorn, 
diu liebe en underwinde ir sich.
	        

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