Full text: Graf Rudolf

werden als eine geringe nahrung von dem genofsen, der befsere speise nicht annehmen 
will. beide stellen führen darauf, dals es ein ungesäuertes und daher trockenes fladenar- 
‘ges brot ist, daß anderwärts derpbröt, deraber flado (Graff 5, 220. 221), kuoche derp 
wie er beim osterfest der Juden genofsen wird; Gold. schmiede 1466) heifst. auch in un- 
zerm gedicht mufs es ein brot für das gemeine volk sein: deshalb wirft es der junge vor- 
nehme herr, für den es nicht taugt, auf den weg, und findet der dichter nöthig den un- 
zlücklichen, der im tiefsten elend soll geschildert werden, zu entschuldigen dafs er, wenn 
zuch nur ein wenig, davon ifst. halpbröt wird durch eine stelle bei Dufresne v. semi- 
janis genügend erläutert, es war ein brot von halbem gewicht. das wort erscheint noch 
;n Hartmanns Gregor 2720 ein ranft von halbem bröte. 2770 ditz halbe (so ist statt hal- 
»er zu lesen) bröt nach der vaticanischen handschrift; die Wiener liest in beiden stellen 
vaberbröt, was Lachmann vorgezogen hat. die weitere beschreibung, %z it alumme fine— 
vel, Jälst vermuten dafs ein vollwichtiges brot eine halbrunde gestalt erhielt; wirklich zei- 
sen die brote, die auf einem bei Herrad taf. 4 abgebildeten speisetische liegen, eine solche. 
jelleicht ward das brot noch weiter, auch in vier theile, getheilt. der dichter des Welschen 
zastes gibt die lehre über das geringere nicht das größere zu versäumen, das himmlische 
aicht über das irdische, und fügt hinzu /wer hät ze ganzem bröte heil, dem wirt ouch daz 
erde teil. die stelle steht nur in der Dresdner handschrift, nicht in der Göttinger, auch 
nicht in der alten pfälzischen, doch halte ich sie für echt. 
H, 17. in der mitte der zeile ist ein unbeschriebener raum, es fehlt aber nichts. 
H, 18. I. daz vur miffewende. L. 
H, 19. für miffecumen fehlt der reim; es müfste ein vers ausgefallen sein, doch zeigt 
der sinn keine lücke. ich glaube mi/ffecumen und das folgende was sind zu streichen, so 
{afs nur bleibt dicke al/6 ime gefchehen. Lachmann streicht nur dicke oder miffe. 
H, 20. des wil ich an üch alle jehen darin verlafse ich mich auf euer eignes urtheil. L. 
H, 22. die zweite nacht, die Rudolf auf der flucht zubringt. 
H, 28. 1. ze tagene gevienc. L. 
H* [24], 3. 1. er in üf gevienc, er hob ihn mit der einen hand, denn in der andern 
1ielt er den stab, in die höhe. Roland 299, 4 mit üf gevangeme barte. 
H*, 12. ıme ist zu streichen. 
H*, 14. vernam eher als virnam, doch ist die tinte ausgeflofsen. wahrscheinlich ge— 
1ört in vor üzer. 
>, 15. endicliche ist für den vers etwas beschwerlich: befser wäre wetlich. L. 
H*, 18. funf wird durch das versmals ausgewiesen. 
HH, 24. den anfangsbuchstaben habe ich zugesetzt, da er am rand nicht sichtbar ist. 
i [251, 3. den vor woldich fällt belser weg. ich ne mach noch nicht geftriten deme 
yuoten färife, ich habe noch nicht kräfte genug das rofs zu Jenken, bin ihm noch nicht 
zewachsen, vgl. z. Freidank 80, 9. ebenso ist Iwein 1568 gewalten, 4143 gedwingen, Rü- 
liger 11“ wehten (doch enmochte der alte vor des libes ungewalte deme knappen niht
	        

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