Full text: Graf Rudolf

In beziehung auf die orthographie bemerke ich folgendes. a für o in ab C, 12. vgl. 
nachter B, 3. 4 ist in gr&ve, gr&vinne (a*, 6), aber in diesem wort auch nur allein, durch 
Jas niederdeutsche € ausgedrückt. ob es dem gedicht, was an sich sehr zu bezweifeln 
steht , ursprünglich zukomme würde sich entscheiden lafsen wenn die reime völlig rein 
wären. für gräve sprechen gnaden : greue B”, 6. greuen : gaben (gaben) G*, 3, für greve aber 
greuen : neme (neeme) D, 13, greue : geneme (geneeme) F, 11., welche reime jedoch die beweis- 
«raft verlieren, wenn man ein schwanken im umlaut, wie es im Rolandslied (vgl. einl. IX. XX.,) 
sich zeigt, auch hier voraussetzt, und ein ndme, genäme zulälst. anderwärts ist @, in wel- 
;hem man auch ein niederdeutsches € sehen könnte, deutlich vorhanden, mere: vorneme 
x, 1. gedechte: brechte 7, 6. mere:queme x, 20. were: mere D, 4. kemerere F, 11. vehet 
F”, 18. wete H, 5. werliche T”, 15. foumere: /vere K, 4. und vechte : brechte (vöhte : brachte) 
D,. 13 entscheidet insoweit, als sonst kein &: 4 reimt. für den ältern umlänt des a in e 
yeispiele anzuführen würde überflüfsig sein: nur seine abwesenheit in wal/che H, 21, wie 
sein dasein in wellere H", 1. 9 (auch im Tristan 2627 Groote) ist anzumerken. 
Ein niederdeutsches & erscheint in brengen D, 25. ich gebe D”, 26, ich verpflege E*, 24 
auch a”, 10 ist wol pfleget zu lesen). bevelich F, 5. fehet (3 sing. präs.) G, 6 nur als 
ıusnahme. äulfserlich dieselbe vertauschung, innerlich aber verschieden ist en für in (pro- 
ı1om.) D*, 1. 4. 22. E, 27. E*, 23. 25. vgl. wisen für wise in 7”, 14. luchten für lüchte ın 
D*, 6. bedurfeter ß”, 5; es bezeichnet die abschwächung des lauts durch senkung, die noch 
ılcht zu völliger auswerfung des vocals gelangt ist, wenn es auch nicht überall richtig steht, 
lenn D*, 4 ist minneten in und D*, 22 düchte in zu lesen. im Rother ist dieses en (1318. 1341) 
ınd ene (1416. 1428. 2051. 2052.) nicht selten, und dort findet man auch mer (1282.), der 
93. 292) und wer für wir (286). enbore steht ß, 3. B, 5. H, 27, engegen A*, 3, aber das ältere 
in gegen K, 25: ebenso in ouwe 65, 12. in zıt 8, 8. in zelt I, 24. in (amet Y’, 15. in ein 
* 29. auf der andern seite £ für € in mimet F, 15 könnte man für blofsen schreibfehler 
halten, zumal F”, 16 nemet steht, allein es kommt noch wilich I, 2 für welich (vgl. Graff 
4, 1210) und im Rother (977. 1090) filbe, filve für felbe vor; auch hirnribe Rol. VI. gehört 
aierher. es ist wahrscheinlich einflufßs des niederdeutschen, und gerade nemen zeigt im 
Heljand und im altfriesischen auch im pl..das €; vgl. gramm, 13, 2353, 
Unbegründetes £ für ie als ausnahme in /chit a, 3. /chiden &, 22. hir pP, 5. Dr, 
26. behurdiren x”, 9. libe ß, 3. lip G, 153. lipliche T”, 6. 18. /chire GC, 2. fpigel D*, 6. 
zirliche G, 25. nıman G*, 22, erigene H, 10., wozu noch ginc und enphinc des ersten schrei- 
ers gehört, dieselbe erscheinung in der pfälzischen wie in der strafsburg. handschrift 
les Rolandsliedes s. einl. XII. XXI. den grund suche ich in der einwirkung des nieder— 
leutschen, wo das abgestumpfie gefühl für kürze und länge des vocals (gramm. 1%, 250. 
51) leicht eine verwirrung veranlafsen konnte; wirklich findet man auch in Bertholds von 
Holle niederdeutschem gedicht von Crane fchire 581. hir 597. ehenso erklärt sich der
	        

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