Full text: Deutsche Grammatik (Erster Theil (Erster Teilband))

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kaschend bestätigt. In dem schwedischen Dalckarlien und in 
unsern deutschen Gebi"gsländcrtt wird des Ungckannten genug 
verborgen liegen. Die hochdeutsche Volkssprache ist reicher 
an grammatifchcn Formen als die plattdeutsche; dese aber 
dürfte mehr Wurzeln besitzen, p 
Von den Hülfsmitteln. 
Die ersten Spuren vom Studium der deutschen Sprache 
zeigen sich nicht eher, als im löten Jahrhundert. ^ Wenn 
alemannische und angelsächsische Mönche schon viel früher im 
neunten und zehnten lateinische Wörter deutsch glossircn und 
kleine Wörterbücher zusammentragen, so^geschah dies nicht 
der deutschen, sondern der lateinischen Sprache zu gefallen. 
Der Verkehr mit den Völkern welschen Stammes scheint 
nicht einmal solcher Mittel bedurft zu haben, sonst wäre wohl 
eins der deutsch «französischen oder deutsch r italienischen Wör 
terbücher auf die Nachwelt gekommen; vermuthlich redete 
man an der Gränze beiderlei Sprache oder cs fehlte nie an 
mündlichen Dollmetschern *). Ferner, wenn es seit dem 
achten Jahrhundert zu jeder Zeit neben vielen nachlässigen, 
gewiß manche sorgfältige Schreioer gab, die auch für die 
deutsche Sprache künstlichen und genauen Regeln folgten, 
(wie man sich dessen aus den otfticdischen Hss. und aus dem 
trefflichen Gießer Codex des Zwei» naher überführen kann); 
so liegt doch diesen Bemühungen durchaus keine Neigung, 
in den Bau der Sprache zu dringen und ihre auffallende 
Veränderung zu untersuchen, zum Grund. Selbst d:e im 
izten und röten Jahrhundert häufiger werdenden Vocabu- 
karien * **) und deutschen Rhetoriken sollten theils die lateinische 
Sprache erleichtern (man lese den Gh. van Schuercn in der 
') Wer weiß was Eginhard gemeint hat, wenn er von Tarl dem 
Großen behauptet: et gramrmtictm pairii ser* 
nionift» diese Stelle ist neulich noch von Zahn (Sprachanzei- 
ger Berlin S-2»0-2»2 ) besprechen worden. Bemer 
kenswerte Aeußerungen des französischen Abts Lupus über die 
Nothwendigkeit für Neustncr (im neunten Jahrh.) Deutsch 
)u verliehen, finden sich in seinen Bnefen (ect. ßaluz. epiit. 
4» und 70.) vergl- chlossers Weltgesch. 2, I. S. 474. — ES 
gebricht uns an zureichenden Aufschlüssen darüber, wie sich die 
Ritter des dreizehnten Jahrhunderts mit der französischen 
Sprache vertraut genug machten, um die llebersetzung so man 
cher Romane zu unternehmen. Reisen und mündliche Uebung 
mögen das meiste dazu gethan haben. 
**) Ein Verzeichnt derselben in Clrgnets Ausg. des Teutonista, 
Leyden iQo-h p LXXXVII — XC. — Welchem Liebhaber der 
Rittcrpoesie wir wohl den Druck des Titurel und Pareifrl von 
r4^7., die schon damals auf wenige Leser rechnen durften, 
verdanken? Vlilluchc dem Grafen Eberhard von Würtenberg, 
Ct >496.) der alldeutsche Hss. sammelte und seinen Wahlspruch: 
atumipto vorn hinein zu schreiben pflegte.
	        

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