Full text: Deutsche Grammatik (Erster Theil (Erster Teilband))

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bardischen und salischen Gesetzbuch, letztere unter dem Na 
men der malbergischen bekannt. Ich habe mir von allen 
diesen Wörtern und Glossen (nachdem ich zuvor die pariser 
glvssirte Hs. der Lex salica und noch einige andere vergli 
chen hatte) ein sorgfältiges alphabetisches Verzcichniß verfaßt, 
das' ich gelegentlich mit einer besonderen Abhandlung bekannt 
zu machen denke, mich also hier nicht dabei aufhalten will. 
Vorläufig kann ich aber bemerken, daß die der Zahl nach 
bedeutendsten Glossen, die malbergischen, nichts als durch 
Unwissenheit der Schreiber beinahe gänzlich entstellte fränki 
sche Wörter darbieten, deren wahre Lesart wieder zu finden, 
fast unmöglich seyn wird *). In mindern, Grade gilt dies 
noch auch von dem lombardischen. Für die Geschichte der 
Flexion ist aus, dem ersten Schein nach, so wichtigen Sprach- 
quellen nicht das geringste zu schöpfen, selbst nicht aus den an 
sich verständlichen Wörtern des bairischen, alem. und ripua- 
rischen Gesetzes. Für die Kenntniß der Wurzeln behalte» 
sie immerhin Werth. 
Vom Anfang des achten Jahrhunderts oder vielleicht ets 
was früher her beginnen wieder ansehnliche Denkmäler in 
der einheimischen Sprache, welche nach der in der Gram 
matik selbst befolgten Ordnung aufgezählt werden sollen. 
I. Althochdeutsche Quellen. 
Unter solchen verstehe ich alles, was vom achten bis elf 
ten Jahrhundert in Hochdeutschland, namentlich also in 
Daiern, (Oestreich) Schwaben (Schweiz, Elsaß) Ostfranken, 
Thüringen, Hessen, in der Wetterau und in dem fränkischen 
Königreich selbst deutsch verfaßt worden ist. Die einzelnen 
althochdeutschen Quellen sind chronologisch gereiht folgende: 
i) Bruchstück einer Uebertragung des Isidorischen Trac- 
tats 6« nativitate Chriiti (aus dem Anfang des achten 
Jahrhunderts) Handschrift!, zu Paris und herausgegeben 
a) zuerst von Palthen. Greifsw. 1706. hinter s. Tatian. 
b) in Schillers thesanru* l. c) von Rostgaard in der 
•) Man rühmt die neuste Auslegung dieser Glossen von Wiarda. 
Indessen steht mit geringer Kenntniß der altdeutschen Sprache 
die Unrulasfigkeit beinahe aller seiner Erklärungen dar;uthun. 
Bloß wenige Wörter find klar, weil sie gan; einfach und gar 
nicht ru verfehlen. Die Eigenthümlichkeit der altfränkischen 
Mundart übrigens verräth sich deutlich in dem ch, ch r, ck l, 
m h, hr, hl; in dem e für i (in frcd) re.
	        

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