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gewirkt haben. Es darf inzwischen nicht überfehn werden,
daß auch die ganze Sprache wesentlich der Alliteration un
günstiger und dem Reim günstiger wurde. Vvrsetzsilben und
Bestimmwörter verbauten den Eingang der einfachen Wur
zeln, wie sie im Norden noch lange und mit ihnen die AK
literation fortdauerten, z. B. wo es im Althochdeutschen gi-
mahalta, gistuant, giwuman heißt, setzt die Edda mälri,
stod, vinna; die Wurzellaute sind dem Gehör fühlbarer ge,
blieben. Auch der vorgesetzte Artikel hemmt die Alliteration.
Je mehr sich hingegen die Endungen auflösen, desto ähnli
cher wurden sie untereinander, desto geschickter zu dem Reim.
Einige Beispiele werden dies deutlich machen. Fische: Ti,
sche ist heutzutag untadelhaftcr Reim, im achten Jahrhun-
dert würden fiska und diski nicht sonderlich gepaßt haben;
gleich unstatthaft wäre gewesen unsere Reime: gelehrt und
verzehrt, Schuld und Huld, Wirt und Hirt, dazumal anzuwen
den , weil man gilerit und firzvran, sculd und huldi, wirk
und hirti hätte setzen müssen. Reimte man schon im zwölften
Jahrhundert mennisker tiske (Maria 1229.); so lauteten im
achten diese Formen noch mennisko: diske; heute ist
durch die Zusammenziehung des Mennische in Mensch der
Reim verscherzt worben. Denn die zu große Abschleifung der
Endungen schadet am Ende auch den Reimen und bas Mit
telalter war ihnen offenbar am vortheilhaftcsten, weswegen
nicht ohne innern Grund der Meistergesang des dreizehnten
Jahrhunderts in den künstlichsten und leichtesten Reimen
blühte *). Otfrieds Reime sind ungewiß und schwankend,
weil sie sich mit der damaligen Endungsfülle noch nicht recht
vertrugen. Es laßt sich nicht laugnen, baß die Reime auf
die Flexionen unserer Sprache nachtheilig und störend einge
wirkt haben, die Verminderung der individuellen Beweglich
keit brachte ihnen entschiedenen Vortheil. Auch das quan
titative Verhältniß der Wörter lag in der alten Sprache
viel reiner, sie hatte Dactyle wie pcrala (Perle), thanana
(dannen), thegana (Degen, Nom. Pl.); Spondäen wie
bindant, werfant; Ditrvchäen wie: herizoho, in Menge aus
zuweisen. Die romanischen, reimenden Sprachen sind der
lateinischen Quantität noch in höherm Grade beraubt, als
die neudeutsche verglichen mit der älteren. Sichere Bestim
mungen haben jedoch Schwierigkeit, weil uns wenig oder
keine eigentliche Gedichte aus dieser Zeit übrig sind, leichter
fällt es im Altnordischen. Wie wichtig die ganze bisher
*) Wirkliche Verstoße gegen die Grammatik, dem Reim zu gefal
len, sind selten, aber doch »orkonuiienv, r-B. Man. »,6b.
Handen (statt hende).