Full text: Deutsche Grammatik (Erster Theil (Erster Teilband))

243 Cardinalzahkcn. 
setzen mit tiog, tiug, die Dänen mit tiv zusammen; beide 
haben von der Zahl XX. die einfache abgeworfen und setzen 
tiugu und tive statt: tutiugu, totive und so scheint auch 
das niederdeutsche stige (XX) zu verstehen. XXX und XL 
heißen im Dänischen tredive, fyrgetivc; die weiteren Dcca- 
den werden nicht mehr einfach ausgedrückt, sondern: 6a 
durch tredsindstive (dreimal zwanzig) 80 durch firesindstive 
(quatre vingt) *), und die im Mittel liegenden 5c>, 70, 90 
durch: halvtredsindstive, halvfierdsindstive, halvsemsindstive 
(halbfünfmalszwanzig). 
Die ferneren Hunderte gibt der Ecthe durch das substan- 
tive Neutr. Hund, Pl. hunda, als: thrijahunda Marc. 14, 
5. fimshundaLuc. 7,41. und declinirend: twaimhundam(Dat-) 
Joh.6,7. (Im salischen Gesetz chunna). — Althochdeutsch 
durch Hunt, im Pl. ebenfalls Hunt, als: zucihunt T. 23Ö, 
7. N.89,5- triuhuntN. 89, 5- niunhunk 0. II. 4,7. auch ein- 
Hunt d>. I. c. :c. statt: hundert. — Auch im Angelsächsischen ge 
schieht die Zusammensetzung mit dem Neutr. der einfachen 
Zahl: twahund, threohund n. — Später ist hundert 
stakt Hund allgemein aufgekommen (driu hundert Kl-387)- 
Tausend, im Gothischen thusundi, ist weiblich (s. oben 
S.u.). Das altnordische thüsund, angelsächsisch thu- 
send sind neutral, Gen. thusendes, Pl. thusenda. (Vergl. 
thuschunde im salischen Gesetz.). So das althochdeutsche 
thusunt, dusint (di.89, 5.). Den Dat. thusonton hat 0. 
111.6,8, thusuntin '^.67,41. driu tust nt Kl. 309. 
Von den Ordinalzahlen merke man: i) aus den 
Cardinalzahlen eins und zwei werden keine gebildet, son 
dern es dienen dafür andere -Wörter. 2) Von drei bis 
neunzehn bilden sich die Ordinalien mittelst des angehäng 
ten Consonants d oder t. 3) Von zwanzig an durch An 
hängung der Superlativendung, die auch das Wort be 
kommt, welches die ordinale Zahl eins ersetzt. 4) Alle Or 
dinären decliniren nach der üblichen schwachen Form, nie 
nach der starken. Alleinige Ausnahme macht daö anomale, 
der Cardinalzahl zwei entsprechende Wort ander, welches 
umgekehrt stets stark und niemals schwach dcclinirt **). 
») Gerade so im Plattdeutschen: tive Iaar aver veer Stige, d.h. 
L» Jahr. (Brem. Wörterb. IV. S. »ozz.). 
»') Vermuthlich können auch die gothischen Ordinalzahlen mit 
der superiativen Form, gleich allen übrigen Superlatiben, die 
starke und schwach» Deel, annehmen.
	        

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