Full text: Deutsche Grammatik (Erster Theil (Erster Teilband))

2Z6 Anomalien der Steigerung. 
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er ist ebenfalls der Comp. *). Das heutige Hochdeutsch 
setzt im Adv. den Pos. bald zu dem Comp, eher, Superl. 
ehest, gebraucht aber vom Adj. nur den Superl. der 
erste und entwickelt aus diesem einen Cvmv. der erstere. 
(Nergl. furiro und furisto unter io.) und frühe, früher, 
frühest. 
9) (posterior, postremns). Das gothische lats (piger) W0- 
von aber nur der schwache Vocativ lata erweislich, würde 
sich in latiza und latists steigern; althochdeutsch laz- 
zcr, lezziro, lezzisto; altsachsisch Superl. lazto; angelsächsisch 
lat, lalvr, lakvst; englisch late, last; im Neuhochdeutschen 
gilt der Pos. laß blos im Sinn von faul und für postre- 
nms noch der letzte, aus welchem Superl. man, wie 
von erst, den Cvmv. letzterer bildet. Das Mittelhvch, 
deutsche hat den Superl. lest. — Gleichlenrtend sind: 
a) spat, welches sich regelmäßig, als Adj. und Adv. steigert, 
d) altnordisch sidr, Comp, sidari, Superl. sidastr; dänisch 
sidst, schwedisch sist; wozu bas altdeutsche Adv. sid or, 
sider, und das heutige seit gehört, o) Verwandt hie« 
mit das altnordische sein», dänisch sen, altdeutsch 
seine, spät, tardus. 
10) Endlich muß einer sonderbaren Einmischung des Conso» 
nants m in einige Adjective gedacht werden, die den Be, 
griff der Nahe, Mitte und Folge Enthalten. Dieses m 
zeigt sich zwar auch im Positiv, scheint aber ursprünglich 
mit der Steigerung in Verbindung zu stehen und später, 
hin auf den Positiv zurückzuwirken, a) Gothisch a ftu m s 
oder schwach aftuma (posterus) Marc, io, Zr. Superl. 
astnmists Marc. 5, 30. 9,35; gleichbedeutend damit 
ift u m a Matth. 27, 62. Marc. 11,12. Joh. 6,22. Auch 
im Altsächsischen hat sich der Superl. «steinest, äste, 
myst, zuweilen äftermest (postremu,) erhalten; im Althoch, 
deutschen der gewöhnliche Superl- aftrist. Lergl. das eng 
lische hiNdMost- l>) Gothisch auhUMists (supremu?) 
Matth. 27, 62. Marc.8, 31. c) spedumists (ulrimus) 
der spateste Marc. 12, 22. st) Ein Pos. hl ei du ms ober 
hleiduma ist nach dem gothischen Subst. hleidumei (li„i- 
11 ra> anzunehmen, e) Weniger nicht ein Pos. midums 
oder mibuma, nach der Redensart in mibumai (in mcstio) 
Marc- 3, 3- Luc. io,3. Diese Form findet sich im alt, 
Die mittelhochdeutsche Partikel e wirft das r rem alten er 
weg, ist aber so wenig ein Pos. als me (statt mrr). Auch 
die Prärvstlion vor ist comparativer Natur, und kann ihr r 
nicht ablegen.
	        

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