Full text: Deutsche Grammatik (Erster Theil (Erster Teilband))

geliefert; besonders anziehend ist die Vermittlung deutscher 
und slavischer Formen in dem lettischen und lithauischen 
Stamm aufgehellt und für die frühere Geschichte, wo Go< 
then mit andern im Dunkel liegenden Völkern jene Gegen 
den bewohnten, von größter Bedeutung. Derselbe Gelehrte 
bereist gegenwärtig einen Theil des russischen Asiens und 
wird uns eine Ausbeute wichtiger Entdeckungen über die 
Sprachen der dort wohnenden Völkerschaften und ihr Ver 
hältniß zu dem slavischen und deutschen Stamm zurückbrin 
gen ; frühere Reisende haben blos nach Wurzeln sammeln 
können, wer des innern Baues der Sprachen kundig ist, 
vermag ungleich sicherer und fruchtbarer zu Werke zu gehn. 
Insoweit ich mit Rasks Ansichten von der Beschaffenheit der 
alten deutschen Sprachen übereingetrvffen war, mußte mir 
daraus die erfreulichste Bestätigung der Richtigkeit meiner 
Untersuchungen hervorgehen; historische Studien führen noth 
wendig zu ähnlichen Resultaten, wie unabhängig von ein 
ander sie auch angestellt gewesen seyn mögen. Ueber das 
Verhältniß der europäischen Sprachen untereinander bin ich 
durch die rastische Schrift beträchtlich gefördert worden; da 
mein Buch mehr die durchgeführte Aufstellung des Einzel 
nen bezweckte, wird hoffentlich auch Rast manche willkom 
mene Ergänzung und Bestätigung, zumal was die ihm größ- 
tenthcils unbekannt gebliebene alt- und mittelhochdeutsche 
Mundart angeht, daraus schöpfen. Daß er die persische 
und indische Sprache aus der Reihe seiner Forschungen ab 
sichtlich geschloffen hat, gereicht diesen gewiß zum Vortheil 
und ihm zum Lob; denn sich beschranken thut jeder Arbeit 
wohl, wenn man von dem Innern, d. h. hier dem Einhei 
mischen ausgehen will und soll. Die Ringe der Verwandt 
schaft, welche die slavische, lateinische und griechische Spra 
che um unsre deutsche herum bilden, sind engere und der 
Aufgabe naher gelegene, als die weiteren des Persischen und 
Indischen. Ausschlüsse aber, wozu uns die allmälig wach 
sende Bekanntschaft mit der reinsten, ursprünglichsten aller 
dieses Sprachen, nämlich dem Sanscrit, berechtigt, erschei 
nen darum nicht geringer, sondern als Schlußstein der gan 
zen Untersuchung überhaupt, und sie hätten keinen besseren, 
Händen anvertraut werden können, als denen unseres Landk^ 
Mannes Bopp *). 
Vorläufig ist von ihm erschienen: das ConiugalionSsystem der 
Sanscnkiprache. Franks. >8>6. und di« bereirs S. ZM. gedachte 
Beurtheilung »vn Försters Sanscrit Grammatik in den Heidel 
berger Jahrbüchern >8>3, mir triftigen Bemerkungen über 
Pronomen, Partikeln und Comparativ». 
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