Full text: Die Erfindung der Postkarte und die Korrespondenz-Karten der Norddeutschen Bundespost

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Die auf der vorigen Seite gegebene Tafel ist der 
Aufstellung im „Großen Handbuch der Philatelie“ ent- 
nommen. Sie war dort für die Formulare (Postkarten, 
Postanweisungen und Paketadressen) der Norddeutschen 
Bundespost und der Deutschen Reichspost bestimmt. 
Daraus erklärt sich, daß die hier in Betracht kommen- 
den Bestimmungsort-(B-)Typen nicht fortlaufend nume- 
riert sind. Die 31 norddeutschen Oberpostdirektionen 
befanden sich an folgenden Orten: Arnsberg, Ber- 
lin, Braunschweig, Breslau, Cassel, Coblenz, Cöln a. Rh., 
Cöslin, Danzig, Darmstadt, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, 
Frankfurt a. M., Frankfurt a. O., Gumbinnen, Halle 
a. S., Hannover, Kiel, Königsberg i. Pr., Leipzig, Lieg- 
nitz, Magdeburg, Münster i. W., Oldenburg, Oppeln, 
Posen, Potsdam, Schwerin i. M., Stettin, Trier. Dazu 
kamen noch die drei Oberpostämter in Bremen, Ham- 
burg und Lübeck. Nach der Eroberung von Straß- 
burg i. Els. (September 1870) und Metz (Oktober 
1870) wurden dort ebenfalls Ober-Postdirektionen ein- 
gerichtet, ferner in Nanzig eine Post- Administration 
für die besetzten französischen Provinzen, die Anfang 
Oktober nach Reims vorgeschoben wurde, während 
in Nanzig die später nach Metz verlegte Oberpost- 
direktion ins Leben trat. Welche der Bestimmungsort- 
Typen den einzelnen Ober-Postdirektionen zukommen, 
ergibt sich aus der Katalog-Aufstellung. 
Die erste Berliner Ausgabe der Korrespondenzkarten 
zeigt zwei kurze Linien für den Bestimmungsort und 
die Wohnung. Schon nach drei Wochen erschien eine 
zweite Ausgabe, bei der die vierte Zeile für die Woh- 
nung erheblich verlängert war, und nach abermals drei 
Wochen die dritte Ausgabe mit ebenfalls verlängerter 
dritter Zeile für den Bestimmungsort. Letztere Ausgabe 
wurde für die Provinzausgaben vorbildlich. Es gibt 
nur eine einzige Provinzausgabe im ersten, und keine 
im zweiten Muster. 
Wie aus der Einführungs-Verordnung hervorgeht, 
sollten die Karten in erster Linie nur mit Marken be- 
klebt von den Poststellen verkauft werden. Es mußten 
von diesen also nicht nur Karten mit einer Eingroschen- 
oder Dreikreuzer-Marke, sondern für: den Ortsverkehr 
auch solche mit Einhalbgroschen-, Eindrittelgroschen-, 
Einviertelgroschen-, Zweikreuzer-, Einkreuzer- und Ein- 
halbschilling-Marken vorrätig gehalten werden. Nur Groß- 
D)
	        

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