Full text: Papolleren un Kramenzen

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äse ut dem Grabe: „Wo komnlst Du her, o Menschenkind? 
Seit hundert Jahren wohne ich als Einsiedler in dieser Wild 
nis und noch kein menschlicher Fuß ist über meine Schwelle 
geschritten. Auch Du darfst unter meinem Dache nicht länger 
weilen als diese Nacht. Dann mußt Du weiter reisen. Jetzt 
aber stille erst Deinen Hunger und Durst und dann leg' Dich 
bis morgen früh zur Ruhe!" 
Dat leet sik de arme Junge nu ritt tweimol sagen uit 
fing an, den Kouken un den Braden un den Wien, den de 
alle Gries em fürsetzede, sik guddschmecken tau loten. Dann 
legde hei sik upp enne weike Muosbank und schleep ase'n 
Prinz. Am anderen Morgen weckede de alle Mann en tiedig, 
gaff em nachmol te eten un te drinken un siügde für en: 
„Lieber Junge, nun reise in Gottes Namen weiter! Ich habe 
Deinen Stern gefragt und erfahren, was Dir noch bevor 
steht. Du bist zum Glück geboren oder auch zum Unglück, 
je nachdem Du es anfängst. Auf Deine weitere Wander 
schaft aber will ich Dir dies Stückchen mitgeben, welches Dir 
von großem Werthe sein kann, und welches Du niemals ver 
lieren darfst." Drupp gaff hei em nach en düchtig Stück 
Kauken un ville gudde Roodschläge midde upp den Weg un 
leet en gohn. Trurig ging de Junge fürt, dünn hei wör sau 
gärne bi dem allen Manne gebliewt, wogede äwwer nix 
für en tau sägen. 
Äse hei nu wider den ganzen Dag in der Sunnenhitte üewer 
Bierg un Dahl jümmer fürt gekaupen wor un nergens enne 
Ungerkunft gesungen hadde, wor hei ganz verdreetlik un meinte, 
de alle Keerel in dem dicken Walde hüdde en auk bi sik be 
halten können. Wat em dat erbärmlike Stockelken uml helpen 
soll? In sinem Verdruß woll hei't Stockelken terbreken un 
furtjchmieten. Do stund flucks en kleiner, schwarter Mohr 
gigger en, de fruogde, wat hei begehrte. De Junge siügde 
nach en bieteten prutzig: „Jk sie hungrig un dostig un auk
	        

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