Full text: Kasseler Dichterbuch

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Laßt die Philister uns kneifen Und schmälen, 
Brüder, wir brauchen uns nicht zu verhehlen, 
Daß in uns schlummert ein göttlicher Zug! — 
Wie in der Freundschaft, so sei's auch im Lieben, 
Wir sind in Treuen die Alten geblieben; 
Liebe, Du sollst unsre Königin sein! — 
Füllet mit edelstem Stoff die Pokale, 
Träufelt's hinein in die funkelnde Schale, 
Mischet mit Nektar den perlenden Wein! — 
Trinket und singet, verachtend das Ende, 
Reichet zum Bunde Euch alle die Hände, 
Fesselt in Liebe und Leichtsinn das Glück! —< 
Immer den Blick in die Zukunft gerichtet, 
Dort, wo es tagend in Wolken sich lichtet, 
Lasset die düsteren Sorgen zurück! — 
Freiheit, Du Gabe der himmlischen Mächte, 
Glühende Liebe, Du Zauber der Nächte, 
Treue und Freundschaft, sie mögen allein 
Uns auf der irdischen Pilgerfahrt bleiben, 
Bis wir im Tod uns dem Teufel verschreiben, 
Streifend von uns allen eitelen Schein! — 
lvildwasser! 
Was stürzest du nieder aus schwindelnder Höh' 
Wildwasser, den Tälern stets zu; 
Lockt dich so sehr die unendliche See, 
kennst nimmer Rast du und Ruh ; 
Was treibt aus der traulichen Heimat dich fort, 
Wildstürmender Knabe, sag an; 
Spricht keiner das hemmende Zauberwort, 
Sinnloser, das halten dich kann? —
	        

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