Full text: Kasseler Dichterbuch

Dann wieder stille webend 
Die Seele träumt und sinnt, 
Leis, wie ein Spinnlein schwebend 
Am lichten Fädchen spinnt. 
Ach, hätt' ich doch nur Lieder 
Und Worte, lieb und fern, 
Für dieses Aufundnieder 
Und für dies Stillesein. 
Morgen. . . 
Mir ist so weh und eigen, 
So bis zum Weinen bang, 
Kann nimmer länger schweigen; 
Ich zage allzu lang. 
Wie schluchzend Liebekünden 
Geht durch die Nacht ein Lied — 
Und sollten nie sich finden 
Und wurden alt und müd." 
Nein! — Morgen will ich's wagen: 
Im Garten, heimlich, still, 
Will ich ein Mägdlein fragen, 
Ob es mich lieben will. 
Vas Lied. 
Mit meinem Spiel am Waldesrain 
Ruh' ich im stillen Abendschein 
Und stimm' die goldnen Saiten 
Und singe dann voll Innigkeit 
Ein Lird aus froher Kinderzeit; 
Akkorde mild begleiten.
	        

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