Full text: Kasseler Dichterbuch

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Dich ficht nicht Wind noch Wetter an. 
Und erst am Sonntagnachmittag, 
Wenn Frieden winkt in Hof und Hag, 
Wenn in Rosmarin und Geranium 
Deine Arbeitshände spielen herum, 
Wenn Gäste kommen an deinen Tisch, 
Wie bist du so heiter, wie lachst du so frisch, 
Regierest die Binder mit ernstem Sinn, 
Mich dünkt, ich säh' eine Königin. 
Hochzeit. 
Sie gingen zusammen durchs blühende Korn. 
Er sprach von seines Vaters Zorn. 
Daß einer Trost beim andern fände, 
Hielten sie sich die ringlosen Hände. 
Die Ähren raunten: „Bräutigam, Braut!" — 
Und die milde Nacht hat die beiden getraut. 
Km Kbend. 
Hüben der Bursch und drüben die Dirne. 
Hüben der Rappe mit weißer Stirne, 
Drüben Rosen im lleberfluß. 
Zwischen Rosen und Roß ein Kuß. — 
Und der Himmel gießt darein 
Seinen goldigsten Abendschein. 
Komm, tritt leise, 
Und laß sie allein. —
	        

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