Full text: Kasseler Dichterbuch

Der Herrgott mag's mir in Gnaden verzeihn: 
In die Kirche kriegte mich niemand rein. 
Denn wo mein Freund nicht hingehört, 
Da hätte ich sicherlich auch gestört. — 
Und kann mich! Petrus 'trotzdem gebrauchen, 
So möcht' ich im Himmel mein Pfeifchen schmauchen!" 
Als Oberst Emmrich zum Sterben schritt, 
Die Menge zog trauernd des Weges mit. 
Er grüßte freundlich den stummen Chor, 
Sog blaue Wolken aus seinem Rohr. 
Der Franzmann müßte baß erstaunen 
Ueber des Alten Lächeln und Launen. 
Nur einmal vergaß der das Rauchen wohl, 
Da rief er laut feine trotz'ge Parol: 
„Der Kurfürst: Mein rechtmäßiger Herr! 
Feuer!" — Es krachten zwanzig Gewehr'. — 
Es mußte die Pfeife auf ewig erkaltm, 
Wie 'bte Heldenfaust, die sie sterbend gehalten.
	        

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