Full text: Kasseler Dichterbuch

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Mit herrisch verschlossener Gebärde, 
Zügelnd die Jagd der Wolkenpferde. 
Das wirbelt und wallt 
Und zieht 
Und flieht 
Vor seiner göttlichen Reckengestalt! 
Und um ihn bricht sich die brandende Welle, 
Da leuchtet lebendigen Lichtes Quelle 
Und fast geblendet von eigener Helle 
Blinzelt das Auge Blauhimmel herein! 
Der Kapitän. 
Im Ärmelmeer geht hohe See, 
Es schäumt die Straße von Calais 
Aufwühlend Wellenberg und Tal. 
Rings Wetternacht und Wasserschwall. 
Ein Schiff, — fünfhundert Mann an Bord — 
Sechs Stunden von Southampton-port, 
Sechs Stunden bis Ostende. 
Aus schwarzen Schloten schwalcht der Dampf, 
Maschinen rasseln dumpf Gestampf. 
Doch ruhig, spöttisch, hoheitsvoll 
Durchreißt der Kiel den schwarzen Groll. 
Denn Menschenwerk schafft Menschenlohn, 
Und allen Wettern bietet Hohn: 
„Hapag, Prinzessin Irene". 
Von der Kommandobrücke schaut 
Der Kapitän — sein Haar ergraut 
Im strengen Dienst der Zucht und Pflicht, 
Von schwer durchwachten Nächten spricht. 
Doch fest, mit Ueberwindermut, 
Auf all den wilden Wassern ruht 
Sein klares Seemannsauge. 
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