Full text: Kasseler Dichterbuch

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Zwar kein Rittersitz je, doch ein Traum der Romantik 
verbleibst du, 
Und wer Zu träumen versteht, träumet gar gerne in dir ! 
Wohl als Bühne erscheinst du, im Styl der roman 
tischen Oper; 
Wer sich die Szene ersinnt, nutzet die Dekoration. 
Leicht aus Romanen und Dramen erstehen die alten 
Figuren, 
Horch, und wie echoschwach — leise verlor'ner Gesang! 
3. Der Herkules. 
Hätte der Berg sich selber bebaut, das Wasser, die 
Wege, 
Hätte titanische Kraft selbst sich ein Denkmal gesetzt, 
Alles erschiene, wie jetzt es erscheint; es wüchsen die 
Felsen, 
Stufen, an Stufen gereiht, folgten der Steile des Bergs. 
Aber die Kunst, sie besiegt die Natur, sie erhöht das 
Gebirge, 
Grotten, auf Grotten gewölbt, ragen empor, Mm Palast. 
Sieh', und als Krone, in Wolken gestellt, ein Beherrscher 
der Massen, 
Findet sich wieder der Mensch, selber zum Halbgott 
geweiht. 
Riesenhaft über dem Riesengebäude, in schiwindelnder 
Höhe, 
Thront der heroische Geist, freut sich bewältigter Müh'! 
Unter ihm fallen die silbernen Bänder der Wasser 
kaskaden 
Schimmernd das steinerne Bett künstlicher Treppen 
hinab. 
Schauerlich dröhnt, im Fontänengewirr, nütz dem Horn 
der Tritonen, 
Wuchtig und wild das Signal, datz NNs die Erde 
gehorcht. • , i
	        

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