Full text: Kasseler Dichterbuch

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Versenden Blick und Wort und scherzen, kabeln, loben. 
Dies bunte seid'ne Meer, der leise Hauch von Stimmen 
Umspielt mich träumerisch und will schon zart ver 
schwimmen. 
Ein duft'ger Nebel schiebt sich vor die Taruswände, 
Und wie er weicht, ist auch das heit're Spiel zu Ende. 
Der heiße Mittag brennt. Es siedet vor den Ohren. 
Wie hab' ich mich so weit in ferne Zeit verloren! 
Verlassen, öd' und still, ein ausgebrannter Krater, 
Liegt da das ci-devant „natürliche Theater". 
Wilhelms höhe- 
1. Das Schloß. — 
Edel und frei, wie ein schönes Geschmeid' auf der Stirne 
des Vorbergs, 
Liegst du, erhabenes Schloß, vornehm schweigende 
Pracht! 
Stolz im Bogen umspannst du die breit dir gegebene 
Fläche, 
Wirkst nicht durch üppigen Schmuck, wirkst durch den 
Adel allein. 
Kühn springt vor das Portal, mit der Treppe, den 
jonischen Säulen, 
Zierlich weicht dann zurück, wo er sich weitet, der Bau. 
Und wie das Frührot glänzt durch der Zweige ver 
ratende Lücken, 
Schimmert sein Rosagestein weit schon durch Äste und 
Laub. 
2. Die Löwenburg. 
Bau nicht, der du zerstört, nein, Zerstörung, die du 
erbaut bist, 
Wunderlich spielendes Bild schwärmerisch träumender 
Zeit! 
Nolle, Kasseler Dichterbuch. 
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