Full text: Kasseler Dichterbuch

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Wollte für dich lassen, 
Was ich sonsten hab, 
Ebnen deine Straßen, 
Ging für dich ins Grab. 
Willst du mit mir spielen, 
Spiel ich auch mit dir. 
'S war vor Jahren vielen 
Eine Puppe mir, 
Hab' mit ihr gespielet, 
Tat es gar so gern, 
Kann statt weher Klage 
Spielen mit dem Herrn. 
Meine Puppenstube 
Warf ich längst schon hin, 
Trag dir, wilder Bube, 
Gleichen leichten Sinn. 
Ist gleich Wind zu kosen 
Immer nur dein Brauch, 
Bin dem Liebelosen 
Liebelos ich auch. 
Die letzte Stunde. 
Erwache, mein Kind; 
Denn die Stunde naht, 
Wo dein Vater muß von uns gehn. 
Der Kauz schreit schrill in dem Baume, 
Tiefdunkel wird es im Raume. ' 
Mit eis'ger Hand faßt es ihn an, 
Hörst du die schlürfenden Schritte nahn? 
Es senkt sich herab 
Auf ein offen Grab. 
Erwache, mein Kind; 
Denn die Stunde naht.
	        

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