Full text: Kasseler Dichterbuch

Die kleinen Nähmädel haben's nit gut 
Mit ihren sehnsüchtigen Herzen, 
Die spitzige Nadel, der Fingerhut, 
Sie stechen und drücken und schmerzen. 
Sie regen im ewigen Einerlei 
Die kleinen zerstochenen Hände 
Und träumen die törichsten Träume dabei 
Mit dem Märchenprinzen am Ende. 
Rolle, Kasseler Dichterbuch. 
Ernst Friedrich Theiß. 
So will ich meine bunte Träume 
lassen. . . 
So will ich meine bunten Träume lassen, 
Verwehte Gärten streift ein müder Wind. 
Die matten Rosen welken und erblassen 
Wie Kerzenlichter, die am Sterben sind. 
Nur manchmal Nachts, wenn alle Stimmen schweigen, 
Dann wandert meine stolze Sehnsucht aus. 
Die heißen Wünsche wollen dich erreichen 
Und schweifen fort und kehren leer nach Haus. 
Und bringen Kunde, was sie fern gefunden: 
Verklungene Lieder und verblich'nen Glanz, 
Ein stolzes Herze mit geheimen Wunden, 
Auf blondem Haar den welken Blütenkranz. 
Nährn äöel. 
»MM»
	        

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