Full text: Kasseler Dichterbuch

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Wie kräftig der Karo fein „Wau" kann bellen, 
Wie drollig der lustige Harlekin 
Mit feinen hellklingenden, blanken Schellen 
Die zappligen Glieder wirft her und hin. 
Dann wieder erzählt sie vom scheckigen Pferd, 
Das mutig die prächtige Kutsche fortfährt. 
Die lieben Guckaugen, die großen, runden, 
Die schauen so froh und so lustig drein; 
Die weißroten Bäckchen, die so gesunden, 
Erglühen vor Eifer wie Röselein. 
Oft blättert sie wichtig im Rotkäppchen-Buch 
Und deucht sich als Kenner erfahren und klug. 
Und ist es nicht Kunst- und nicht Weltgeschichte, 
Nicht Literatur und nicht Politik, 
Was ich vernehme aus dem Berichte, 
Erzählt im verständlichsten Volapük — 
Mir wäre das lieblichste Geigenkonzert 
Noch lang nicht wie Susis Geschichten so wert. 
Dem herzigen Stammeln, dem frohen Lachen, 
Dem könnte ich lauschen wohl stundenlang, 
Es kann mich so froh und so glücklich machen, 
Als hört' ich im Sonnenschein Lerchensang. 
Ja, gäb' man mir Perlen und Edelgestein, 
Mein Dämmerstündchen — das tauscht' ich nicht ein 
Geborgen. 
Hast du müde dich gezappelt? 
Steht das Mündchen endlich still, 
Das so viel mir vorgepappelt 
Von all'dem, was Bubi will?
	        

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