Full text: Kasseler Dichterbuch

- 196 - 
Zrühlingskunde. 
Wir schritten dahin jüngst, Hand in Hand, 
Schneebedeckt rings Wald und Flur, 
Sahen den Strom in eisigem Band: 
Starre Winteröde nur. — 
Und die Föhren tief neigten hernieder 
Unter kristallener Last die Glieder. 
Hei, wie der Sturmwind uns da umbraust'! 
Hat mein Liebchen angefaßt, 
Hat ihr die schwarzen Locken zerzaust, 
Fest hielt ich die süße Last, 
Hielt sie mit meinen Armen umschlungen, 
Während der Sturm uns sein Lied gesungen. 
Habe dann ihr ins Auge geblickt: 
Dunkler, unendlicher See, — 
Fühlt' mich in weite Ferne entrückt, 
Wo schon geschmolzen der Schnee. 
Trank mir aus ihrem Aug', von dem Munde 
Neuen Frühlings beglückende Kunde. 
5eKt. 
Schau den perlenden Sekt im Pokal! 
Grüßet dich, prickelnd, vieltaüsendmal, 
Saget dir süße und liebe Dinge, 
Was die Liebe für Freuden bringe, 
Öffnet gar herrlichen Zukunftsblick: 
Ewige Jugend und frohes Glück! 
Sieh, wie die Wünsche perlen hervor 
Aus den schäumenden Bläschen im Chor, 
Wünsche für dich, du Liebe, du Holde,
	        

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