Full text: Kasseler Dichterbuch

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EinOsternfolgtdem Tag von Golgatha!.. 
Und hat dich auch das tiefste Leid betroffen — 
Nicht länger fei's im wilden Schmerz geklagt! 
Im Gruß des Festes finde neues Hoffen, 
Und glaube nur, daß dir ein Ostern tagt! . . . 
Sieh! . . . Alles strebt empor zum Licht, zum Schönen, 
Ein Wunderwerk weckt rings das Leben auf! 
So will auch dich ein Gotteswort versöhnen, 
Zu deines Schöpfers Walten blick hinauf! — — 
Verwinde Schmerz u nd ende deine Klagen, 
Da tausend Blüten küßt der Sonnenschein, 
Und laß als Ostertrost dir gläubig sagen: 
Im Herzen dir soll neues Hoffen feint 
Zu guter Letzt. 
Laß uns den letzten Sominertag genießen, 
Der Garten blüht und ahnt den Winter kaum, — 
Laß mit der holden Rose Abschiedsgrüßen 
Zu Ende träumen uns den süßen Traum! 
Sieh, wie die Schwalben schon zur Reise rüsten, 
Mit Windesflug durchkreuzend blaue Höh'n. — 
Weit ist ihr Weg! Ach, daß auch sie es wüßten, 
Ob sie im Lenz die Heimat Wiedersehn! — — — 
Nun heißt's auch für uns beide, bald zu scheiden. — 
Die Wanderstunde kommt so schnell herbei! 
Daß wir uns trennen, gibt uns bittres Leiden, 
Wir beide wissen wohl, wie schwer es sei! ... . 
So mögen Deutung uns die Schwalben geben: 
Schnell wir ihr Flug, soll das Gedenken sein 
Zn weiter Ferne, wenn wir für das Leben 
Beim Abschiedskusse uns der Liebe weihn! — —
	        

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