Full text: Kasseler Dichterbuch

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Hansegrebe. 
O bitte sehr! Kuriose Sachen nur, 
die wollen mir nicht immer in den Sinn. 
Der gute Landgraf neuert mir zu viel, 
nimmt sich Zuviel auf einmal vor und hat 
kein Geld, die schönen Pläne auszuführen. 
Chafsala. 
Hat er bei euch schon einen Pump versucht? 
Hansegrebe. 
Ich hatte nicht die hohe Ehre, Jungfer. 
Chafsala. 
Die Hansegreben, sagt man, hätten Geld. 
Hansegrebe. 
Von einem Bürger borgt der Landgraf nicht, 
und ich möcht' nicht für einen Borger bürgen. 
Was er benötigt, holt er sich durch Simpeln. 
Chafsala. 
Es zahlt nur Steuern, wer sie zahlen kann, 
und wer sie zahlt, dem geht es leidlich gut. — 
Die neue Zeit heischt neue Taten, und 
der Landgraf Karl müßt' in den Adern nicht 
vom Zollernblut der Brandenburger haben, 
um's nicht dem großen Kurfürst nachzutun. 
Kolonisation und Industrie! 
Das ist das Losungswort der neuen Zeit. 
Das Land beleben und den Wohlstand heben, 
aus Ackerstädten Bürgerstädte machen, 
wie's Friedrich Wilhelm in der Mark getan, 
— das hat der Landgraf Karl sich vorgenommen.. 
Und wenn auch nicht Paris aus Cassel wird, 
so kann es doch ein größ'res Cassel werden. 
Hansegrebe. 
Mir schwindelt, Jungfer, vor dem Übermaß 
des Neuen, Ungewohnten und — der Simpeln. 
— Wozu das Künstlerhaus am Hohentor? 
Die Schleiferei am Graben vor dem Schloß?
	        

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