Full text: Kasseler Dichterbuch

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Daß, wenn ich komme, 
— Und lebend komme — 
Ich lächeln soll ? 
Hm Zenster. 
Dorther, wo die Glocken läuten 
Und sich rote Dächer türmen, 
Wo die Gassen enger werden, 
Dorther muß mein Liebster kommen! 
Muß durch steile Straßen wandern, 
Muß um viele Ecken biegen, 
Muh vorbei am alten Turme 
Und an blütenvollen Gärten. 
Freudig wird er vorwärts eilen, 
Froh dem Heim, dem Nest entgegen! 
Und, — vielleicht trägt er behutsam 
Einen Strauß von lila Flieder, 
Drunt' am Brünnenmarkt erstanden, — 
Lächelnd heim als Sommergruß. 
Bringt auch lichte Sonnenstrahlen, 
Die er fing mit frohem Auge; 
Bringt vom Vogelsang ein Lied, 
Einen Gruß von jedem Baume 
Und sein eignes, goldnes Herz! 
Immer läuten noch die Glocken, 
Läuten Feierabend ein. 
Bald muß doch mein Liebster kommen, 
Bald, ach, fass' ich seine Hand! — 
Jetzt! Da biegt er um die Ecke, 
Nickt und lacht und winkt mit Blüten 
Komm' herauf, ins Glück, ins Glück! !
	        

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