Full text: Kasseler Dichterbuch

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Da stand die Arbeit mir zur Seite, 
Sie zwang von der Vergangenheit 
Den trüben Blick hinaus ins Weite 
Auf Ziele, wert der Ewigkeit. 
So hat ihr redlich treues Streben 
Mir immerfort nur Gut's getan. 
Mit einem solchen Freund fürs Leben 
Zieh' hoffend froh ich meine Bahn. 
Den Toten. 
Still! redet nicht vom schweren Kampfe Heist, 
Der müd' sie machte auf des Lebens Plan. 
Nicht lockt sie mehr des Siegers Ehrenpreis — 
Sie gingen friedevoll des Todes Bahn. — 
Still! redet nicht, wie einst ihr Herze schlug 
So hochbeseligt in des Daseins Glück. — 
Zu reinern Höh'n der Tod empor sie trug — 
Sie sehnen sich nicht in die Welt zurück. 
Still! redet nicht, daß so viel Hoffen fiel 
Mit ihnen, die im Todesschlafe ruh'n. — 
Nicht kann mehr, — weil sie sind am schönen Ziel, — 
Enttäuschung ihnen, wie einst, wehe tun. — 
Still! redet nicht, daß nun für alle Zeit 
Im Herzen euch die bange Leere blieb, 
Weil sie vollendet in der Ewigkeit, 
Sie mit sich nahmen eure heiße Lieb'. — 
Denn nimmer sind sie tot, die unserm Sein 
Einst gaben Inhalt, Weihe, Lebenswert. 
Erinn'rung läßt uns niemals mehr allein — 
Und unsre Toten leben, — licht, — verklärt. — 
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