Full text: Brief von Bernhard Scholz an Louis Spohr

und war hoch erfreut, sowohl bei dem Publicum, als
auch bei der hier gänzlich scharfen, u. namentlich sehr
confirmativen Kritik Anklang zu finden.
Ich wage nun an Sie die vielleicht etwas unbescheidene
Bitte, Sie möchten mir gestatten, hochverehrter Herr,
Ihnen die Sonate zu widmen. Wenn ich mich auch nicht
mit der Hoffnung tragen darf, daß mein Werk des
Namens, mit dem ich es zieren möchte, einigermaßen wür-
dig sei, so weiß ich doch, daß ich nach Kräften mein
Besten geleistet habe, und es drängt mich, dieses mein
Liblingskind Ihnen, dem ich die freundlichste Ermunterung
und den ermuthigendsten Zuruf verdanke, zurTaufe dar-
zubringen.
Entschuldigen Sie, verehrter Meister, daß ich so frei
und undbefangen vor Sie hintrete. Das Bewußtsein, mich
der Kunst ohne egoistische oder ehrsüchtige Motive, nur
aus Liebe und Begeisterung für die hingegeben zu haben,
gibt mir den Muth dazu.
Ein gütiges „Ja“ auf meine Bitte würde ins Innerste
erfreuen

                                              Ihren ganz ergebenen
                                                     B. Scholz

B. Scholz
Marienstrasse No 6, 1 Treppe
            Berlin

(Volltext von: Karl Traugott Goldbach, Spohr-Briefe www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1856032546)

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