Full text: Kurzer Abriß über die Entstehung und Entwicklung der Industrie in Schweinfurt am Main bis Ende 1921

führung der Mainkanalisation solche Wasserkräfte auch in 
unmittelbarer Nähe von Schweinfurt ausgebeutet werden 
xönnen, dann könnte die Stadt Schweinfurt eine weitere 
‘ndustrielle Entwicklung erleben. Es wäre dringend notwendig, 
daß nicht nur die Industrie- und Handelskreise die Augen 
rechtzeitig aufmachen, um keine günstigen Gelegenheiten vor- 
ibergehen zu lassen, sondern daß auch die städtische Ver- 
waltung, die in früheren Zeiten nicht gerade besonders för- 
dernd diesen Kreisen zur Seite gestanden ist, ausgiebig mithilft. 
Schweinfurt ist eine Industriestadt, sie wird es auch 
bleiben. Der gegebene Ueberblick rückt ihre Bedeutung erst 
recht in den Vordergrund. Es kommt dazu, daß ein Stamm 
zeschulter kaufmännischer und technischer Beamten und eine 
tüchtige Arbeiterschaft vorhanden sind, die der Industrie jeg- 
liche Erweiterung, auch Umstellung ermöglichen. 
Wer von den im Osten der Stadt Schweinfurt gelegenen 
Höhen seinen Blick auf das Stadtbild lenkt, der erkennt ohne 
weiteres an den vielen zum Himmel strebenden Schornsteinen, 
daß die Industrie einen breiten Raum im Stadtbild einnimmt. 
Oft ist am Morgen die ganze Stadt in einen starken Dunst- 
kreis gehüllt. Bricht die Sonne durch die Nebel, dann bietet 
die Stadt, die auf dem rechten Ufer an das Silberband des 
Maines geschmiegt liegt, mit ihrem Gemisch von Türmen 
ınd Schornsteinen ein eigenartig schönes Bild. 
Der Ausspruch ist bekannt: „Ruhe über den Wassern“. 
Wir brauchen, um im weltwirtschaftlichen Getriebe uns durch- 
zusetzen, auch „Ruhe über den Fabriken“, wie überhaupt 
Ruhe im ganzen Lande. Wenn der Friede dauernd gesichert 
bleibt und wenn die unbegreiflichen, unerhörten Forderungen 
der Entente auf ein vernünftiges Maß zurückgeschraubt sein 
werden, dann wird auch die betriebsame Stadt Schweinfurt 
im Rahmen der deutschen Industrie einen dauernden, glänzen- 
den Ruf behalten.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.