Full text: Kurzer Abriß über die Entstehung und Entwicklung der Industrie in Schweinfurt am Main bis Ende 1921

Gipsmühle in eine Getreidemühle möglich, nachdem das 
Unternehmen im Jahre 1867 in eine Aktiengesellschaft um- 
gewandelt worden war. Im Jahre 1904 errichtete die Gesell- 
schaft ein Elektrizitätswerk, welches die Gemeinde Sennfeld 
mit elektrischem Strom versorgt. 
Die Malzfabrik Schweinfurt A.G. wurde im 
Jahre 1873 von Herrn Kommerzienrat W. Georg ins Leben 
gerufen. Der Gründungsgedanke stützte sich auf den guten 
Ruf der unterfränkischen Gerste, zu deren weiteren Qualitäts- 
verbesserungen die Malzfabrik Schweinfurt A.G, sehr viel bei- 
getragen hat. Das Unternehmen entwickelte sich im Laufe 
der Jahre zu einer der hervorragensten Fabriken in Deutsch- 
land und verfügt über eine Reihe der modernsten Einrich- 
tungen. Es wird ein Einweichequantum von rund 220000 
Zentner Gerste pro Jahr erreicht. Direktoren sind die Herren 
Kommerzienrat Wilhelm Georg und Friedrich Georg. 
Unterfränkische Malzfabrik S. M. Selig- 
stein. Die Malzfabrik Seligstein wurde im Jahre 1900 in 
dem Gebäude der früheren englisch-bayerischen Kugelfabrik 
errichtet, welche der Konkurrenz der übrigen Schweinfurter 
Kugelfabriken nicht Stand halten konnte. Die Fabrik machte 
eine gute Entwicklung durch und stellte sich in den Kriegs- 
jahren wegen Mangel an Rohmaterial auf eine Malzkaffee- 
und Kaffee-Ersatzfabrik ein. Es wurden auch Gemüse- 
konserven hergestellt. Zur Zeit besteht neben der Unter- 
fränkischen Malzfabrik die Malzkaffee-Fabrik der Firma Ufra- 
Werke Seligstein & Co., die neben Kaffee-Ersatz Zichorie 
fabriziert und eine größere Zichorie- Anbau- Genossenschaft 
ins Leben gerufen hat. Inhaber bezw. Direktoren sind die 
Herren U. Seligstein und Georg Heim. 
Zuckerfabrik Adolf Wüstenfeld & Co. Der 
bekannte Industrielle Wilhelm Sattler errichtete, wie das an 
anderer Stelle schon bemerkt ist, mit den Herren Georg 
Engelhardt und Adolph Wüstenfeld in den Jahren 1826/27 
in der alten Spitalkaserne eine Zuckerraffinerie, in der aus- 
ländischer Rohrzucker verarbeitet wurde, der jedoch im Laufe 
der Zeit durch den inländischen Rübenzücker mehr und mehr 
verdrängt wurde. Im Jahre 1836 machte sich Adolf Wüsten- 
feld selbständig und erbaute vor dem Mühltore eine neue 
Zuckerraffinerie. Es wurde 1856 der Versuch unternommen,
	        

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