Full text: Kurzer Abriß über die Entstehung und Entwicklung der Industrie in Schweinfurt am Main bis Ende 1921

hatte demzufolge die Brauberechtigung, mußte aber schon 
vom Jahre 1633 ab eine „Accise‘“ bezahlen. Es existierten 
im Jahre 1805 75 Meister des Büttnerhandwerks, welche in 
einer Eingabe an die Kurfürstlich - Bayerische Regierungs- 
kommission erklärten, daß das Handwerk, welches größten- 
teils von der Bierbrauerei seine Nahrung habe, in die trau- 
richste Lage versetzt werden würde, wenn die Absicht durch- 
geführt würde, dieses Brauhaus einem Privatbesitzer zu über- 
lassen. Der beabsichtigte Verkauf wurde anscheinend auf- 
gegeben. Im Jahre 1871 verpachtete der Stadtmagistrat das 
städtische Brauhaus an eine Reihe von Brauern und Brauers- 
witwen unter bestimmten Bedingungen. Später wurde der 
Betrieb eingestellt. Unter den alten Brauereien, die heute 
noch existieren, traten besonders hervor das Brauhaus 
Schweinfurt G. m. b. H., die Brauereien Roth, Rauschert, 
Hagenmeyer, Wagner, Das Brauhaus Schweinfurt G. m. b.H. 
wurde 1903 als G. m. b. H. gegründet, und hat nach der Ver- 
schmelzung mit der Vereinsbrauerei Schweinfurt sich zu der 
bedeutendsten Firma am Platze durchgearbeitet. Es wird 
eine jährliche Produktion von über 60000 Hektoliter erreichen. 
Cramer’sche Mühlen-Aktiengesellschaft. 
Im Jahre 1806 ging eines der wertvollsten, wenn auch un- 
scheinbarsten Besitztümer der Stadt, die Böckleins-Insel, bei 
einer Öffentlichen Versteigerung an Herrn Johann Caspar 
Cramer über, von dem schon einmal die Rede war, als er 
um die Konzession zur Errichtung einer Bleiweißmühle sich 
bemühte. Durch die Ausnützung der Wasserkräfte wurden 
zwei Oelmühlen und zwei Gipsmühlen betrieben. Cramer 
richtete schon im Jahre 1817 an das Polizei-Kommissariat 
das Gesuch, zwei bis drei Mahlgänge für Getreidefrüchte ein- 
richten zu dürfen, was aber mit Rücksicht auf das alleinige 
Mahlrecht der Stadt abgelehnt wurde. Gegen den Einspruch 
der städtischen Mühlpächter wurde durch Entscheid der 
Kreisregierung im Jahre 1826 die Umwandlung der Oelmühle 
in eine Mahlmühle gestattet, Wiederholte Gesuche der Ge- 
brüder Cramer, ihre Gipsmühle in eine amerikanisch-englische 
Mahlmühle umwandeln zu dürfen, scheiterten an der Auf- 
fassung der Kreisregierung, daß durch den ständigen Betrieb 
einer solchen Mühle den übrigen Werken zu viel Wasser 
entzogen würde. Erst 1869 wurde die Umwandlung der
	        

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