Full text: Kurzer Abriß über die Entstehung und Entwicklung der Industrie in Schweinfurt am Main bis Ende 1921

Chemische Fabrik Schweinfurt, welche Essigsäure und Essig- 
essenz zum Fabrikationsgegenstand hatte. Im Jahre 1898 
wurde die Firma unter der Führung der Aktiengesellschaft 
für Trebertrocknung in Kassel in eine Aktiengesellschaft unter 
dem Namen Vereinigte Chemische Fabriken A.G. Schweinfurt 
umgewandelt. Der Zusammenbruch der Leipziger Bank und 
der Kasseler Gesellschaft zog die junge Firma in bedenkliche 
Mitleidenschaft. Es gelang aber, das Werk unversehrt zu 
erhalten und über die Silesia, Verein Chemischer Fabriken 
in Saarau-Breslau in den Besitz der Holzverkohlungs-Industrie 
A.G. in Konstanz überzuführen. Die Firma stellt neben Essig- 
säure, Essigessenz, essigsaure Salze und sonstige chemische 
Produkte, auch Schweinfurtergrün in großem Maßstabe her. 
Die Holzverkohlungs-Industrie A.G. Konstanz steht in der 
Chemischen Großindustrie mit in der vordersten Linie; sie 
verfügt über eine große Anzahl von Fabriken im In- und Aus- 
lande, deren Holzverkohlungsprodukte, Essigsäure, Holzgeist, 
Methylalkohol, Aceton, Formaldehyd etc. Ausgangsprodukte 
für eine ganze Reihe von wertvollen chemischen Erzeug- 
nissen bilden. 
Deutsche Gelatinefabriken A.G. Schwein- 
furt. Die Aktiengesellschaft ist aus den Betrieben der Firmen 
F. Drescher & Co. Schweinfurt und Ch. W. Heinrichs in 
Höchst a. M. hervorgegangen. Vor dem Jahre 1866 waren 
es französche Gelatinefabriken, die den deutschen Markt be- 
herrschten. Eine Aenderung trat nach dem Kriege 1870/71 
ein, indem die 1866 von Ch. W. Heinrichs in Höchst a. M. 
gegründete Fabrik nach Erweiterung der Fabrik den deutschen 
Markt in der Hauptsache mit deutschen Produkten versorgen 
konnte. Anfangs der 70er Jahre hatte Amalius Schmitt in 
einigen Holzbaracken in der sogenannten Einöde bei Schwein- 
furt ebenfalls die Fabrikation von Gelatine aufgenommen, das 
Unternehmen war aber nicht lebensfähig. 1887 übernahmen 
die Firma der Maschinenfabrikant Pickert und Ingenieur 
F. Drescher, vergrößerten den Betrieb und stellten ungefähr 
200 Kilo Gelatine pro Tag her. 1882 wurden die Betriebe 
in Höchst und Schweinfurt miteinander vereinigt, wobei Pickert 
ausschied. 1889 wurden die beiden offenen Handelsgesell- 
schaften zu einer Aktiengesellschaft vereinigt und die Betriebe 
wesentlich ausgebaut. In Schweinfurt wurde im Jahre 1913
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.