Full text: Gedichte

Musik durchzieht die Weltenräume; 
So ward das Ohr noch nie entzückt, 
Und fühlt sich doch, o Macht der Träume 
Im Flüstergruße mehr beglückt. 
Denn Stimmen wispern unter Blüthen, 
Am Liede huscht das Lied empor; 
Sie dräugen sich um den Erglühten, 
Und singen ihm von Liebe vor; 
Bis sie erscheint, des Zaubers Krone, 
Ein Weib, für Seligkeit gemacht, 
Das sich Domingo's schwarzem Sohne 
Vereint wie Morgenroth der Nacht; 
Ein Weib, das seine Heimath findet. 
Wo Wonnelaut durch Schluchzen bricht, 
Mit seinem All das All umwindet, 
Hub zu dem Heißgeliebten spricht: 
„Dein war ich schon auf Kindes Auen, 
Wußt' ich auch nicht, wie mir geschah; 
Dein bin ich recht, nun ich kann schauen, 
Wozu der Himmel uns ersah. 
Euch Beiden muß ich angehören: 
Ich küsse dich und deinen Geist. 
Der kann die Welten auch zerstören, 
Der mich von diesen Lippen reißt!"
	        

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