die Eier des gefährlichen Föhrenspinners verzehren, während sie
der haarigen Raupe nicht beikommen können. Das Weibchen
dieses Spinners legt oft zweimal im Sommer 000 bis 800 Eier,
und eine Meise verzehrt mit ihren Jungen mehrere Tausende der
selben an einem Tage. Wo solche Spinner sich ausbreiten, da
stellen sich auch, wenn sie nicht durch deu Unverstand der Menschen
verscheucht werden, die Goldhähnchen ein und durchsuchen Winter
und Sommer die Bäume. Oft kommen ihnen die Spechtmeisen und
Baumläufer nach, welche die Insektenbrut höchst geschickt aus
den tiefen Rindenritzen hervorholen. Selbst die Sperlinge ver
dienen mehr Schonung, als ihnen in der Regel gewährt wird.
Ein einziges Pärchen trägt seinen Jungen in der Woche durch
schnittlich 2000 Raupen zu. Wenn man bedenkt, welchen Nutzen
sie dadurch stiften, so kommt das Pfund Kirschen, die Kanne
Getreide, die ihnen vielleicht geopfert werden muss, dagegen gar
nicht in Betracht.
Wo Maikäfer häufig vorkommen, da leisten die Stare, Dohlen,
Saatkrähen, Häher und Würger treffliche Dienste. Die meisten
kleineren Vogel nähren sich ganz oder teilweise, entweder das
Jahr hindurch, oder doch während der Brutzeit, von Insekten,
Würmern, Schnecken, Spinnen u. s. w.; so die Grasmücken, Würger,
Fliegenschnäpper, Drosseln, Rohrsänger, Bachstelzen, Goldhähnchen,
Steinschmätzer, Meisen, Pieper, Lerchen, Zaunkönige, Buchfinken,
Goldammern, Schwalben, Baumläufer, Nachtigallen. Alle diese
vertilgen Millionen von Raupeneiern, Raupen, Fliegen, Mücken,
Käfern, Ameisen, Blattläusen, Würmern, und zwar in wunderbarer
Verteilung der Arbeit, die ihnen im Haushalte der Natur zuge
wiesen ist. Einige suchen mehr diese, andere jene Arten von
Ungeziefer; einige vertilgen dasselbe vorzugsweise an diesen, andere
an jenen Orten; einige sind befähigt, es von den Blättern und
Zweigen abzusuchen, andere, es aus der Baumrinde zu bohren,
und andere, es in der Luft abzufangen oder aus der Erde zu
scharren.
So sind die Vögel des Landwirts treueste Verbündete; ohne
die Hilfe und Unterstützung der Vögel wäre es überhaupt unmöglich,
Landbau zu treiben, da der Pflanzen wuchs nur durch sie gegen
die Verheerungen der Insekten geschützt wird. Daher sollte jeder,
der nur irgend einen Fleck Erde bebaut, mit allen ihm zu Gebote
stehenden Mitteln die nützlichen Tierchen an sein Grundstück zu
fesseln suchen. Vor allem darf man sie selbst und ihre Brut nicht
verfolgen. Die kleinen Wesen sind klug genug, um zu wissen,
wo sie am sichersten nisten können, wo sie am wenigsten mörderische
Gewehre, Schlingen und Fallen zu fürchten haben; und wer Auge
und Ohr für das Leben der Natur hat, der kann es auf den
Feldern und in den Gärten wahrnehmen, am Gesänge und Ge
zwitscher der Vögel heraushören, in welcher Gemeinde die Er
wachsenen verständiger, die Jungen gesitteter sind; denn wo man
die Vögel schont, da werden sie zahlreicher ihr fröhliches Liedchen
anstimmen und durch Vertilgung des verderblichen Ungeziefers