Full text: V. Teil (5. Teil, 1889)

bitter; denn es enthält viel Salz. Weil nun unser Trinkwasser gegen 
das bittere Meerwasser einen säst süßen Geschmack hat, so nennt man es 
Süßwasser. Fast alle Quellen und sämtliche Flüsse haben nur Süßwasser. 
Wenn man eine Reise auf dem Meere macht, so müssen die Leute das 
süße Wasser in großen Fässern mitnehmen, weil man das bittere Meerwasser 
nicht trinken kann. Dauert die Reise zu lange, und haben die Schiffs 
leute alles Süßwasser verzehrt, so müssen sie vor Durst verschmachten, 
obgleich sie ringsum nichts als Wasser sehen. 
Ist es völlig windstill, so gleicht das Meer einem glatten Spiegel; 
erhebt sich aber ein Wind, so fängt es an, sich zu bewegen. Wird der 
Wind heftiger, so erhebt sich Welle auf Welle; endlich erreichen die 
Wellen die Höhe eines Zimmers, und bei einem Sturme rollen und 
brausen sie einher wie kleine Berge. Solche Stürme sind, wenn sie lange 
dauern, für die Schiffe sehr gefährlich. Die schäumenden Wellen werfen 
das Schiff von einer Seite auf die andere. Bald ist es tief unten, 
bald hoch oben; ja, die Wasserwogen brausen über dasselbe hinüber 
und reißen alles, was nicht festgebunden ist, mit sich fort. Bisweilen 
geschieht es, daß Wind und Wellen das Schiff an einen Felsen schleudern, 
so daß es leck wird, das heißt ein Loch bekommt, durch welches das 
Wasser hineindringt. Da müssen denn die Schiffsleute das Wasser, 
welches unten eindringt, oben wieder herauspumpen. Kann man das 
Loch wieder verstopfen, so kann das Schiff gerettet werden; kann es aber 
nicht geschehen, so füllt sich das Schiff immer mehr mit Wasser und fängt 
an zu sinken. 
Aus dem Grunde des Meeres erheben sich an vielen Orten große 
Felsmassen, die entweder wie Berge hoch über das Wasser hervorragen 
oder in geringer Tiefe von demselben verdeckt werden. Der Schiffer nennt 
solche Felsen'Klippen. Auch gibt es im Meere große und lange Haufen 
von Sand, die das Wasser zusammengeschwemmt hat, und welche der 
Schiffer Sandbänke nennt. Klippen und Sandbänke sind besonders in 
der Nähe der Küste sehr häufig, und die Schiffer müssen sich vor denselben 
wohl sehr in acht nehmen. Denn wenn ein Schiff von dem Winde auf 
eine Klippe getrieben wird, so bekommt es ein Loch und scheitert; gerät 
es aber auf eine Sandbank, so bleibt es sitzen; es strandet und wird von 
den anschlagenden Meereswellen zertrümmert. Zum Glück für die Schiffer 
schäumt und braust das Meerwasser an den Klippen und Sandbänken so 
stark, daß man es schon von ferne hört. Dieses Schäumen des Meer 
wassers nennt man die Brandung. Da fahren die Wellen, besonders wenn 
ein Wind geht, oft so heftig durcheinander und brechen sich mit solcher 
Gewalt an den Felsen, daß der Schaum häuserhoch in die Höhe spritzt, 
und man das Getöse stundenweit hört. 
Die Meere trennen die Länder, zwischen denen sie liegen. Aber 
dennoch findet auf ihnen ein reger Verkehr statt. Sie sind die belebten 
Handelsstraßen für die Schiffe,' welche auf ihnen gehen. Hunderte von 
Fahrzeugen gehen z. B. zwischen Europa und Amerika hin und her, 
bringen und holen Waren und fördern dadurch den Wohlstand der Be 
wohner hüben und drüben. Und jetzt reden diese sogar miteinander, ohne 
daß sie zusammenkommen. Mitten durch den atlantischen Ozean hin 
durch geht an der Stelle, wo er am wenigsten breit ist, ein aus Eisen
	        

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