Full text: Festschrift zum 150. Jubiläum des Staatlichen Friedrichsgymnasiums zu Kassel

44 
Gegenwart der Lehrer und einiger seiner früheren Mitschüler aus der Frei 
treppe des wilhelmshöher Schlosses der prima der Schule übergeben. Die 
eingehende Beschreibung der denkwürdigen Feier und die ernsten Worte, 
die der Raiser an die Schüler richtete, kann man in dem Jahresbericht der 
Schule von 19)2 nachlesen. — Daß der Raiser seinen Lehrern ein freundliches 
Andenken auch über das Grab hinaus bewahrte, bewiesen die Blumenspenden, 
mit denen er die verstorbenen ehrte. Bei der Beerdigung Vogts legte Gber- 
prästdent von Windheim in seinem Auftrag einen prächtigen Rranz auf seinen 
Sarg. Als später die ehemaligen Schüler Vogts ihm ein würdiges Grabmal 
errichteten, hat sich auch der Raiser mit einer nambaften Spende beteiligt". 
Um das Andenken Vogts für alle Zeiten wach zu erbalten, batten dankbare 
Schüler dem aus feinem Amte scheidenden Direktor bei seinem Abschied 
Estern i§93 eine Stiftung von 4000 Mark überreicht, aus der tüchtigen 
Schülern Unterstützungen für ibr weiteres Studium gewährt werden sollten. 
Bloch elf Jahre bat Bogt das otium cum'cli^nitLte genießen und in Rüstigkeit 
und Frische in der Stille seines Studierzimmers weiterschaffen dürfen. Ein 
besonderes Arbeitsfeld für praktische Betätigung fand er in seiner Gemeinde 
als Vorsitzender des Rirchenvorstandes. Er erwarb sich in dieser Eigenschaft 
große Verdienste um den Bau der neuen Lutherkirche und die Umgestaltung 
des alten Friedhofs. Im Jahre 1904 ist er dann infolge einer (Operation ver 
schieden und hat auf dem neuen Friedhof seine letzte Rubestatt gefunden. 
Eine wertvolle Prachtbibel, die er am io. Mai 1S93 seinem lieben Friedrichs 
gymnasium gestiftet batte, weckt bei jeder Schulandacht die Erinnerung an 
den verdienstvollen Leiter, der so oft und so wirkungsvoll von dieser Stelle 
zu seiner Schülergemeinde gesprochen bat. Zum Nachfolger Vogts wurde der 
bisherige Leiter des Wilhelmsgymnasiums, Dr. Friedrich Heußner, ernannt. 
Da die Arbeit an der Doppelanstalt seine Rräfte überstieg, batte er um die 
Versetzung an das Friedrichsgymnasium gebeten, an dem er schon früher 
dreizehn Jahre gearbeitet hatte ()6ö5—76). 
* Vergl. Prinz Wilhelm, Lebenslauf, 1877, handschriftlich in den Akten des Friedrichs- 
gymnasiüms. — Wilhelm II., Aus meinem Leben 1859—88. — Wilhelm II., Jugend- 
erinnerungen. — Wilhelm II., Erinnerungen an Rorfu. — G. Hinzpeter, Raiser Wilhelm II., 
eine Skizze nach der Natur gezeichnet, 1888. — L. wiese, Lcbenserinnerungen, 1886, II., 
S. 75 tt* — Arme, Raiser Wilhelm II. und seine Erziehung. Aus den Erinnerungen seines 
französischen Lehrers, 1898. — J. Arren, Wilhelm II., was er sagt und denkt, 191z (teilt 
unter anderem den berühmten Brief des Raisers vom 2. April 1885 an seinen Mitschüler 
Richter ^gemeint wohl Ritters mit). — Paul Meinhold, Wilhelm II., 25 Jahre Raiser und 
Rönig, 19)2. — Theodor Descoudres, Das Raffeler Gymnasium der siebziger Jahre, 1891.— 
Phil. Losch, Gideon Vogt, Biogr. Jahrb., Bd. 9, S. 162 ff. — Baltzer, Zur Rechtfertigung 
Vogts im Deutschen Philologenblatt, 2. Jan. 1913. Entgegnung Meinholds in der nächsten 
Nummer. — Gtto Schneider, Zur Rechtfertigung des Raffeler Gymnasiums. Sonntags 
beilage des Dresdener Anzeigers, 26. Juni 1913. Besonders Vogt, Schulprogramm des 
Friedrichsgymnasiums, 1891. — Wilhelm II., Ereigniffe und Gestalten, 1922, S. 152 ff.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.