Full text: Festschrift zum 150. Jubiläum des Staatlichen Friedrichsgymnasiums zu Kassel

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auf ihn. Ein durchgebildeter philo* 
soph und feiner Ropf, ein tüchtiger 
Humanist, ein theoretisch und prak 
tisch erprobter Pädagog und zugleich 
ein bewährter Organisator, schien 
dieser vielseitig gebildete Mann, dem 
außerdem noch große Ruhe und Be 
sonnenheit, Bescheidenheit und Un- 
eigennützigkeit nachgerühmt wurden, 
in der Tat die geeignete Persönlich 
keit zu sein, die geplante gründliche 
Umwandlung der Schule vorzuneh 
men, die bisher hinter anderen, für 
notwendiger gehaltenen Reformen 
hatte zurückstehen müssen. Am j. 
Oktober i§ir trat Suabediffen 
sein neues Amt an. Cäsar, der zehn 
Jahre die Schule geleitet hatte, 
mußte sich dem weit jüngeren Manne 
unterordnen. Aber er ertrug anscheinend die Demütigung mit Fassung. — 
Zunächst wurde nun die Schule geteilt und in andere Raume verlegt. Das 
Lyceumsgebäude war allmählich von dem Finanzministerium, das nebenan 
in dem 1770 von Du Ry erbauten, sogenannten Prinzen- oder Fürstenhause, 
dem heutigen PSR., untergebracht war, beschlagnahmt worden. Erst 
drängte es in den Jahren 1S07, isos und 1611 die Lehrer aus den oberen 
Stockwerken, dann nahm es auch die Schulräume in Anspruch. Ieröme hatte 
freilich inzwischen das Malsburgsche Haus, Untere Rarlsstraße 1, für 
109 660 Fr. erworben. Dies überwies er der Gelehrtenschule, während die 
Bürgerschule abgezweigt und in das Hallengebäude am Ronigsplatz verlegt 
wurde, an deffen Stelle später das Schollsche Raufhaus errichtet worden ist. 
Der Unterbau der beiden Schulen war gemeinsam. Nach der Gabelung gab 
es für die Bürgerschule noch zwei, für das Lyceum drei Rlaffcn, die in sieben 
Jahren zu durchlaufen waren. Ziel des letzteren blieb die Vorbereitung für 
die Hochschule mit starker Betonung von Latein und Griechisch. Die Schul- 
verfaffung gestattete große Freiheiten. Um der Eigenart oder verschiedenen 
Borbildung der Schüler Rechnung zu tragen, war der einzelne nicht an eine 
Rlaffe gebunden, sondern konnte je nach seinen Leistungen am Unterricht 
verschiedener Rlajsen teilnehmen. 
Bom 2$. Juni i§ir an hieß die Schule amtlich „Neues Lyceum und neue 
Bürgerschule zu Raffel". Die Befugniffe des Leiters wurden erweitert, inso 
fern die Rechte des früheren Direktoriums auf ihn übergingen, und er erhielt 
David Suabediffen
	        

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