Full text: Festschrift zum 150. Jubiläum des Staatlichen Friedrichsgymnasiums zu Kassel

Blinddarmentzündung, machte sich bereits in Bebra auf der Hinfahrt bemerk 
bar und führte zur sofortigen Operation nach der Ankunft im Krankenhaus 
Auffee. Diesen Fall kann man wohl nicht gut auf Konto unserer Fahrt setzen, 
er war nach drei Wochen völlig ausgeheilt. Unsere einfache, reichhaltige, 
unkomplizierte Ernährung bewirkte, daß nur eine ernsthafte Magenver- 
stimmung vorkam. Die Verpflegung war kräftig und hat vollauf genügt. 
Bei der Jugend freilich entwickelte sich, ohne daß die Gestalten korpulenter 
wurden, bald ein unheimlicher Appetit. Messungen nach drei Wochen zeigten 
eine kleine Gewichtsabnahme, bei einer Messung zum Schluß konnte ein Er 
reichen des alten Körpergewichts und ein Darüberhinaus in den meisten 
Fällen beobachtet werden. Aber die Substanz war verändert. Unsere Jugend 
sah prachtvoll gesund aus in den Bergen, tieffonngebräunt, ohne überflüssige 
Fettpolster, ohne Hustenerscheinungen; hoffentlich ist auch bei allen Be 
teiligten eine tüchtige Abhärtung gegen Infektionen aller Art, auch eine 
dauernde Kräftigung der hierzulande leichtempfindlichen Drüsen infolge des 
salzhaltigen Klimas im Salzkammergut zu verzeichnen. Vierzehn Stunden 
im Freien, sechs Unterrichtsstunden in sonnigen Gärten (die Ausseer sagten: 
Homer in Badehosen), Luftbad in allen pausen, Flußbad täglich, Turnspiele, 
Geländeläufe, Wanderungen, Bergfahrten, und zu allem sofort zur Ver 
fügung nette Kameraden, dies muß äußerlich und innerlich für unsere Schüler 
Im Grundlsee
	        

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