Full text: Geschichte des Gymnasiums zu Corbach (I.)

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(ordinatio super classibus, leetionibus et exercitiis scholae in 
Corbach 1578) sollten 3 (Elaffett 47 ) ooit Octava bis zur Prima 
47 ) Die sächsische Schulordnung nahm 3 Classen au in Sachsen, 
Hessen, Cur-Pfalz; die Zahl der Classen wurde aber dann be 
sonders verändert, wenn eine Verwandlung der Schulen vorge 
nommen wurde. So wurde die Trivialschule zu Corbach 1579 
in ein förmliches Gymnasium mit 8 Classen verwandelt. Schmid, 
Encyel. 1!., 641. Diese 8 Classen haben aber kaum 3 Decennien 
Bestand gehabt. Die Prima ist um 1612 weggefallen und Rector 
und Conrector lehrten nun gemeinschaftlich an der 2. und 3. Classe'. 
Nicht lange nachher fiel auch die zweite Classe aus, die eigentlich 
nie einen besondern Lehrer gehabt hatte, sondern so lange sie be 
stand stets vom Rector und Conrector unterrichtet worden war. 
In der Anordnung der Schule vom 1. Juli 1578 war gleich 
gesagt: Zu Verhütung unnötiges Vncostens wurde vor gut ange 
sehen, daß man den praeeeptorem so zu der zweiten Classe vor 
geschlagen, nit vocire bis so lange man zu allen leetionibus der 
obersten Classen auditores habe. Vergl. I., Gründung des G. 
Nach Ausfall der zweiten Classe lehrten Rector und Conrector 
gemeinsckaftlich nur noch an Tertia. So war es schon 1627. 
Von da bis 1802 war Tertia der Name für die erste, Quarta 
für die zweite Classe u. s. w. Erst 1802 wurde sachgemäß der 
Name Tertia in Prima, Quarta in Secunda verwandelt. Was 
den Wegfall der Prima betrifft, so hatte die 1545 zu Düsseldorf 
gegründete Schule auch keine Prima, wahrscheinlich, weil der Rector 
die oberste Classe nicht als auf der höchsten Stufe der von ihm 
beabsichtigten wissenschaftlichen Bildung stehend bezeichnen wollte. 
Krafft, die gel. Schule zu Düsseid. Prgr. 1853, 14. In Strals. blieb 
die Prima in der ersten Zeit weg, bis für diese geeignete Schüler 
herangebildet waren. Zober, Gesch. des Strals. G. 1839, I., 4, 
In Soest wurde erst 1798 der Name Prima für die erste Classe 
eingeführt; bis dahin hieß, ähnlich wie in Düsseldorf, die oberste 
Classe Secunda, weil man die Universität „als Prima" aufzu 
fassen sich gewohnt hatte. Wiese 323, 327. 
Von Corbach wurde I. Jungmann 1581 nach Cassel berufen 
und auch hier wurde die niedere lat. Stadtschule zu einer höheren 
von 8 Classen gesteigert. Schmid, Encyel. II. 641. Zu Dortmund 
hatte man gleichfalls Anfangs 8 Classen. Mellmann a. a. Q. 
S. 43, auch die St. Lorenzschule zu Nürnberg hatte so viele 
Classen; sonst ist die Zahl von 8 Classen nur selten. Das Gymn. 
zu Nürnberg hatte nur 4, später 6, das Pädagogium zu Stutt 
gart 1582 — 6 Classen. Schmid, Encycl. II., 639; zu Gotha 
wurde 1572 die Zahl der Classen auf 6 erhöht; Schmid II., 640. 
Die sächsischen Varticularschuleu hatten nur 5 Classen. Schmid
	        

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