Full text: Geschichte des Gymnasiums zu Corbach (I.)

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Zellen sind zu Classen (1625 auditoria, 1761 acroateria, 1763 
coetus) eingerichtet gewesen. Tertia und Quarta lagen zusammen. 
Um das Jahr 1756 wird bemerkt, die unteren Klassen hätten 
so in einenl kleinen Gebäude (wahrscheinlich einem Neben 
flügel) zusammen gelegen, daß man, um in Quinta zu kommen, 
durch Octava, Septima und Sexta habe durchgehen müssen. Da 
im Jahre 1708 einmal angegeben wird, es solle Holz angekauft 
werden, daß die Claffen von einander geschieden werden könnten, 
so verniuthe ich, daß in der ältesten Zeit wenigstens 2 Classen 
(Abtheilungen) neben einander in einem Raume von ver 
schiedenen Lehrern Unterricht werden erhalten haben. Es kommt 
dies auch bei anderen Schulen in der älteren Zeit so vor. 28 ) 
Außer diesen Classen gab es noch ein „größeres Auditorium" 
1589 (auditorium publicum 1628, acroaterium 1763, das große 
Schul-Auditorium 1764), welches (1589) zu Disputations- und 
Declamationsübungen benutzt wurde und mit Bänken aus Eichen 
holz versehen war. 29) 
Der Rector hatte in dem Kloster seine Wohnung. Im Jahr 
1581 wurden 12 neue Thüren für dieselbe gemacht; und 1588 
ein neuer Ofen in die Stube des Rectors gesetzt; im Jahr 1756 
wurde erlaubt, daß auch in der Kirche des Gymnasiums 2 Wohn- 
räume für den Rector eingerichtet werden dürften. 1766 hatte 
der Prorector seine Wohnung in dem Klostergebäude (in der Nähe 
des Ziehbrunnens) so wie der Pedell, der früher entweder im 
Hospitale oder in einem andern Nachbarhause gewohnt hatte. 
Vergebens hatte Rector Schöner schon 1583 für die Pedellen Her 
richtung einer Wohnung im Kloster beantragt. Mit ^,1^111:911119 
des Grafen Christian waren 1606 in der Franziskanerkloster- 
Kirche einige Fruchtboden zu besserer Unterhaltung der Armen, 
2«) Zu Schleusingeu waren 1577 nur 3 Auditorien, so daß 
1580 von den Schülern von V—III, welche von verschiedenen 
Lehrern in Einem Zimmer gleichzeitig unterrichtet wurden, nicht 
wenige, weil sie auf Bänken keinen Platz finden konnten, auf der 
Erde sitzen mußten. Wiese, das höhere Schulwesen in Preußen. 
1866, 289. In Schwerin wurden noch 1734 zwei Classen in 
Einem Raume unterrichtet. Wex, Gesch. der Schweriner Schule 
1853, 11. 29) 1588 werden 2 große Auditorien erwähnt.
	        

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